„Ich dachte, ich schaffe es nicht“

Dietmar Künzel will bald wieder sein Reisemobil besteigen.

Stendal - Von Thomas Pusch. Auch wenn er schon seit 30 Jahren in Chemnitz wohnt, seine altmärkische Heimat hat Dietmar Künzel nicht vergessen. Als er in den Niederlanden höllische Schmerzen bekam, hatte er nur ein Ziel: Stendal.

Es waren dramatische Stunden, die sich zwischen Eindhoven und Stendal abspielten. Auf einer Tour mit seinem Reisemobil, die seine Frau und ihn in die Niederlande, nach Belgien, Luxemburg und Frankreich führen sollte, bekam der gebürtige Goldbecker Dietmar Künzel nördlich von Eindhoven plötzlich krampfhafte Schmerzen im Bauchbereich. Der niederländische Arzt verstand ihn nicht, so blieb für Künzel nur eine Entscheidung: „Ich muss nach Hause.“ Und das bedeutet für den End-Sechziger, der schon seit 30 Jahren in Chemnitz lebt, die Altmark. „Ich wusste, dass das Stendaler ein gutes Krankenhaus ist“, sagte er im Gespräch mit der AZ. Dreimal im Jahr sei er in seinem Heimatort, eben auch einmal zu Beginn der Sommerreise, die nun ein so jähes Ende zu finden schien. Am Abend um 20 Uhr fuhr es los, er musste hinters Steuer, denn seine Frau habe keinen Führerschein. Die eine Hand am Lenkrad, die andere auf den Bauch gepresst, machte er sich auf die mehrere hundert Kilometer lange Strecke. Nach 14 Stunden Fahrt landete er schließlich auf dem Hof der Familie Romanus, von dort ging es schnell ins Krankenhaus.

„Dort waren schon bei der Aufnahme alle so nett zu mir“, sagte er, während ihm Tränen der Rührung und der schmerzhaften Erinnerung in die Augen stiegen. Sein Dank galt den Ärzten und dem Pflegepersonal. Als er sich mit der AZ unterhielt, stand zwar noch kein Entlassungstermin fest, aber wenigstens waren diese brennenden Schmerzen gewichen. Sodass Künzel schon wieder Pläne machte. „Wenn ich hier rauskomme, dann wird die Fahrt fortgesetzt“, sagte er. Und zwar in der ursprünglich vorgesehenen Variante.

Spätestens Mitte Oktober wolle er wieder zu Hause sein. Und dann steht auch schon die nächste Fahrt in die Altmark an. „Zur Vorweihnachtszeit bin ich wieder da“, kündigte Künzel an.

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