Faber: „Verwaltungsaufwand nicht verhältnismäßig“

Hundesteuer in Stendal vor der Abwahl?

Stendal. „Der Hund ist für viele Stendaler ein wichtiger Teil der Familie“, weiß Stendals FDP-Bundesvorstandsmitglied Dr. Marcus Faber.

Deshalb will sich der 31-Jährige nach der Wahl des neuen Rolandstadtrats am Sonntag im neuen Parlament dafür einsetzen, „dass wir die Hundesteuer in Stendal abschaffen“. Die Kreisstadt wäre damit bundesweit schlagzeilenreif, weil hundesteuerfreie Gemeinden republikweit Mangelware sind.

Hunde zu besteuern, sei „nicht logisch nachvollziehbar“, verweist der Stendaler darauf, dass es schließlich auch keine Steuer für Katzen gibt. „Nach Auskunft der Stadt werden über zehn Prozent der Einnahmen aus der Hundersteuer für den Verwaltungsaufwand benötigt – etwa 20 000 Euro.

Das finde ich nicht verhältnismäßig.“ Stendal als bürgerfreundliche Gemeinde sollte statt der Steuer „lieber gesicherte und kostengünstige Hundespielwiesen einrichten“, schlägt Faber vor.

Steuerfrei-Paradiese für Hundebesitzer gibt es im hessischen Eschborn (20 000 Einwohner) sowie im niederbayrischen Windorf (4700 Einwohner). Hundesteuern sind eine sogenannte Luxussteuer. Sie wurden im deutschen Sprachraum erstmals im 18. Jahrhundert zur Populationskontrolle vorgeschlagen. Nachbarländer wie Dänemark, Frankreich, Belgien oder Italien haben die Hundeabgabe teils schon vor 30 Jahren ersatzlos gestrichen.

Von Antje Mahrhold

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