Inhaberin des Blumenladens am Kreisverkehr fühlt sich zum zweiten Mal vom Amt im Stich gelassen

„Hoch und heilig versprochen“

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An Stendals ältestem Kreisverkehr, der 1998 am Uenglinger Tor in Betrieb genommen worden ist, gab es am Sonnabend Bauarbeiten, von denen Anwohner nichts wussten. Dabei war einer Unternehmerin versprochen worden, dass dies nicht wieder vorkommt.

Stendal. „Ich bin in einer Wiederholungsschleife“, ist Ramona Borchert wieder einmal sauer. Die Inhaberin eines Blumengeschäftes am Uenglinger Tor traute Sonnabendmorgen ihren Augen nicht.

Der Weg für ihre Lieferanten über die Scharnhorststraße war blockiert, eine Bauampel regelte den Verkehr im Bereich des Kreisels.

Ein Déjà-vu kam in Borchert auf, weil im Juli vor einem Jahr schon einmal direkt vor ihrem Laden gebaut wurde. Wie die AZ seinerzeit berichtete, hatte die zuständige Landesstraßenbaubehörde den Anliegern keine Informationen über den Baubeginn zukommen lassen. „Sie haben hoch und heilig versprochen, dass dies nie wieder vorkommt“, sagt Borchert am Sonnabend der AZ. Der Kreisverkehr war wegen Rissen, Spurrillen und losen Pflastersteinen für rund 893 000 Euro saniert worden. Bei dem Bauwerk handelt es sich um eine Stendaler „Berühmtheit“, denn er war 1998 der erste Kreisel, der in der Rolandstadt in Betrieb gegangen ist.

Doch an diesem Wochenende stand die Händlerin wieder vor vollendeten Tatsachen, wie sie beklagt. „Ich bin froh, dass mein Zulieferer sich in Stendal bereits auskennt“. So konnte der Fahrer trotz baubedingter Absperrung frische Ware anliefern. Die Sperrung soll, so erfuhr es die Ladeninhaberin auf Nachfrage bei ausführenden Bauleuten, aber unter der Woche nicht bestehen. Allerdings wird eine weitere Sperrung des Kreiselverkehrs für das nächste Wochenende angekündigt.

Ab Sonnabend, 23. September, stehen demnach erneut weitere Reparaturen des erst vor einem Jahr sanierten Kreisverkehrs an. Dann wird es wieder so sein wie bereits an diesem Wochenende: Der Verkehr staut sich rückwärtig teilweise bis auf die Straße Altes Dorf und dort je nach Fahrzeugaufkommen immer wieder auch bis zum Bereich der Kreuzung Breite Straße.

Von Alexander Klos

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