Salus-Heimverbund schafft sich für drei Millionen Euro Werkstätten und Café

Historische Baupläne helfen modernem Förderzentrum

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In Uchtspringe wird weiter kräftig umgebaut.

Uchtspringe. Vor dem Haus schwitzen Handwerker an Rohrleitungen. Drinnen treibt ein Kollege die Arbeiten mit dem Presslufthammer voran.

Das mehr als 100 Jahre alte Haus 20 in Uchtspringe wird saniert und zum Förderzentrum für Menschen mit geistigen und seelischen Behinderungen umgebaut. „Mit einem Investitionsvolumen von drei Millionen Euro werden bis zum Frühjahr 2017 moderne Räumlichkeiten geschaffen, in denen vielfältige Angebote der Tagesförderung des Salus-Heimverbundes unter einem Dach geführt werden können“, informiert Sprecherin Franka Petzke auf Anfrage der AZ. Dazu gehören Werkstätten für Töpferei- und Laubsägearbeiten, Textil- und Kerzengestaltung sowie Wirtschaftsräume für das Training lebenspraktischer Tätigkeiten. Weitere Bestandteile des Förderzentrums sind ein Wäsche- und Hausmeisterservice sowie ein Sonntagscafé für Besucher. Die Angebote seien bislang noch über das Areal verstreut.

Das denkmalgeschützte Gebäude wird kernsaniert und neu gegliedert. Neben der Erneuerung von Dach, Fassade, Fenstern und Türen ist eine Modernisierung der Sanitär-, Elektro-, Wasser- und Heizungsinstallationen vorgesehen. Durch den Einbau eines Aufzugs wird ein barrierefreier Zugang geschaffen. Die Freifläche vor dem Haus dient dem sommerlichen Gartenbetrieb des Sonntagscafés, ein Spielplatz kommt dazu. Der Bereich hinter dem Haus soll für Therapiezwecke mit einer Multifunktionsfläche, Garten- und Ruhebereichen ausgestattet werden. Insgesamt orientiert sich die Gestaltung an der Plangrundlage von 1912. „Historische Strukturen werden in Teilen wieder aufgegriffen oder für spätere Entwicklungen offen gehalten. Es fanden diesbezüglich intensive Abstimmungen mit dem Landesamt für Denkmalschutz in Halle statt“, so Petzke. Bauherr ist der Salus-Heimverbund Uchtspringe.

Mit den Förderangeboten werde das im Sozialgesetzbuch verankerte Recht behinderter Menschen auf eine Betreuung nach dem „Zwei-Milieu-Prinzip“ umgesetzt. Das bedeutet: Eine haltgebende Tagesstruktur soll räumlich getrennt vom Wohn- und Freizeitumfeld gewährleistet werden. Der Heimverbund verfügt derzeit über 131 Wohnplätze. Für diese sei das Förderzentrum in erster Linie konzipiert. Nach Abschluss der Bauarbeiten können die Angebote der Tagesförderung aber auch von Menschen mit Behinderung genutzt werden, die nicht in einer Salus-Einrichtung leben, erläutert Petzke.

Von Marco Hertzfeld

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