Geschäftsführerin des Bauernverbandes zieht Bilanz zu diesjähriger Ernte

„Hier sieht es eher schlecht aus“

Auch in diesem Jahr sind in einigen Teilen der Altmark wieder Ernteausfälle zu beklagen. So auch auf den Feldern an der Hansestadt Stendal.
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Auch in diesem Jahr sind in einigen Teilen der Altmark wieder Ernteausfälle zu beklagen. So auch auf den Feldern an der Hansestadt Stendal.

Stendal – Das Meiste ist ja bereits geerntet“, sagt Kerstin Ramminger, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Stendal mit Blick auf mögliche Folgen für die Landwirte in Stendal und im gesamten Landkreis. Geerntet würden derzeit nur noch Mais und Sonnenblumen.

„In Stendal und Umgebung sieht die Ernte eher schlecht aus, obwohl wir insgesamt von den Temperaturen her einen normalen Sommer hatten, aber es fehlen halt Niederschläge.“

Geschäftsführerin Kerstin Ramminger.

Genau beziffern könne sie die Ausfälle nicht, aber es gebe Betriebe, bei denen sich die Ernteausfälle auf das Niveau des Dürrejahres 2018 bewegen. Besonders extrem sei dies in Tangermünde und Tangerhütte, ein Gegenbeispiel der gesamte Wische-Raum. „Dort wurde eine sehr gute Ernte eingefahren.“

Ein großes Problem war im vergangenen Jahr die erntebedingte Futtermittelknappheit für die Tiere. „Die Preise sind letztes Jahr stark nach oben geschossen, da konnte man sich an einer Hand abzählen, wer sich leisten konnte, diese zu zahlen.“ Einige Landwirte im Stendaler Raum und auch im gesamten Landkreis hätten reagiert und dieses Jahr mehr Mais angebaut. „Das wird dann als Futter verwendet.“ Sollte es eine länger anhaltende Trockenperiode geben, könne der Ertrag der Maisernte dadurch negativ beeinflusst werden. „Aber es hat zuletzt ja auch ab und an geregnet.“

Ob die vergangenen Jahre dazu führen werden, dass sich die Landwirte in Stendal und Umgebung entscheiden, etwas anderes anzubauen, um besser gegen die Hitze gewappnet zu sein, kann die Geschäftsführerin des Bauernverbandes nicht sagen. „Im Detail bin ich in diesem Thema nicht drin“. Es gebe aber wissenschaftliche Institute, die sich intensiv mit der Thematik beschäftigten.

Außerdem seien Ramminger Fälle von Landwirten bekannt, die Versicherungen gegen Ernteausfälle abgeschlossen hätten. „Aber ob die bei den derzeitigen Bedingungen schon greifen, weiß ich nicht.“ Die klimatischen Bedingungen seien abgesehen vom fehlenden Niederschlag nicht extrem. VON TOBIAS HENKE

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