Ein Block ohne Heizungsanlage

Stendals Asylbewerberheim soll nicht frieren

Die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Stendal steht am Möringer Weg.
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Die Gemeinschaftsunterkunft nicht zuletzt für Asylbewerber befindet sich am Möringer Weg in Stendal. Auf dem möglichen Bauzettel hat der Landkreis eine Heizungsanlage für einen der Wohnblöcke.
  • Marco Hertzfeld
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Die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Stendal steht teilweise ohne Heizung da. Um den betroffenen Block wieder öffnen zu können, müsste nachgerüstet werden. Der Landkreis überlegt.

Stendal – Die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und Spätaussiedler am Möringer Weg in Stendal soll saniert werden. „In einem der Blöcke befindet sich keine Heizungsanlage mehr. Diese soll zur Nutzbarmachung des zweiten Wohnblocks wieder installiert werden.“ Jana Henning, Sprecherin des Landkreises, kann ansonsten noch nicht großartig ins Detail gehen. Mitte November hatte der Kreis-, Vergabe- und Personalausschuss das Thema schon einmal auf der Tagesordnung. Wann was genau und für wie viel Geld erneuert werden muss, darüber herrscht ganz offensichtlich noch keine Klarheit. Nur so viel: „Dieser Sachverhalt wird Gegenstand weiterer Beratungen in den entsprechenden Ausschüssen.“

Quartiere womöglich wieder nutzbar machen

Das Asylbewerberheim am Rande der Kernstadt wurde Ende der 1990er-Jahre eröffnet. Die Blöcke selbst dürften noch älter sein, zeugen sie doch von eher realsozialistischer Baukultur. Während der europäischen Flüchtlingskrise 2015/16 stand der Komplex in der Hansestadt besonders im Rampenlicht, Tausende Menschen mussten dort und an weiteren Stellen im Landkreis Stendal untergebracht werden. Die derzeitige Situation am Möringer Weg im Stadtseegebiet: Es handelt sich um zwei Wohnblöcke mit insgesamt 80 Wohnungen. „Aktuell sind 129 Personen aus Indien, Afrika, Syrien und Afghanistan in der Gemeinschaftsunterkunft untergebracht“, heißt es aus dem Landratsamt auf Nachfrage der AZ.

Ganz offensichtlich hat der altmärkische Landkreis die große weite Welt und die Umbrüche darin im Blick. Und natürlich, eine solche Einrichtung sei nicht ganz unwichtig. Die Sprecherin: „Der Landkreis Stendal ist nach dem Aufnahmegesetz des Landes dazu verpflichtet, eine Gemeinschaftsunterkunft vorzuhalten, um jederzeit Menschen aufnehmen zu können.“ Dass die Blöcke nach Fertigstellung der Landesaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge an der Gardelegener Straße 2022 oder später (die AZ berichtete in dieser Woche) an Aufgabe verlieren, scheint nicht ausgemacht. „In der Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises sind auch Personen untergebracht, die nicht durch das Aufnahmegesetz abgedeckt sind. Die Situation um eine Änderung des Aufnahmegesetzes des Landes Sachsen-Anhalt ist derzeit unklar.“

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