Präsident der Winckelmann-Gesellschaft berichtet über Grabungen in der Geburtsstadt des Nikolaus

Der Heilige war Sohn reicher Kaufleute

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Prof. Dr. Max Kunde referierte über den Nikolaus.

hh Stendal. Prof.  Dr.  Max Kunze referierte zur der Nikolaus-Ausstellung im Winckelmann-Museum über spektakuläre Grabungsfunde in Lykien.

Kunze selbst hat in der Geburtsstadt des Heiligen Nikolaos die originale Wehranlage aus dem dritten Jahrhundert mit einer Forschergruppe erkundet und wissenschaftlich beschrieben.

In der Zeit Kaiser Konstantins war – wahrscheinlich um 280 nach Christus – jener Nikolaos als Sohn reicher Kaufleute geboren worden. Er war dann an einem Treffen christlicher Bischöfe – damals eine Art Gemeindevorsteher – in seiner Lebenswirkungsstätte Myra beteiligt. Patara war seinerzeit wichtige Umschlagstelle für den Warenhandel von Ägypten nach Rom. Eine Vielzahl von großen Lagerhäusern und mehrgeschossigen Geschäftshäusern reihte sich an der Prachtstraße ins Zentrum. Ein repräsentatives Theater und ein ebenso großzügiges Rathaus zeugen noch heute als Ruinen von der Bedeutung der Stadt zu dieser Zeit. Und auch die Befestigungsanlagen dienten sowohl Verteidigungs- als auch Vorzeige-Zwecken. Die Sage von der Aufnahme dreier armer Waisenkinder durch Nikolaos führt auf eine durch Forschungen belegte Tatsache zurück, dass reiche Handelsleute und Adlige sich armer Kinder annahmen und sie aufzogen.

Patara verfiel im Verlauf der Jahrhunderte mehr und mehr durch allmähliche Versandung der Hafenbucht. Das Gelände versumpfte und wurde seuchenanfällig, sodass heute nur noch Ruinenreste vom ehemaligen Reichtum der Stadt künden, die ausgegraben und erhalten werden müssen. Myra ereilte das gleiche Schicksal.

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