Hauptbahnhof-Umbau in Stendal braucht noch Zeit / Amerikalinie 2028 fertig

Hürdenfrei ab Jahresende reisen

Ein neuer Bahnsteig des Stendaler Hauptbahnhofs.
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Ein neuer Bahnsteig des Stendaler Hauptbahnhofs.
  • Antje Mahrhold
    VonAntje Mahrhold
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Stendal – Vor dem am 22. Juli geplanten symbolischen Spatenstich hat die Bahn AG am Montagvormittag den offiziellen Baustart von Arbeiten für Stendals neuen Bahn-Haltepunkt an der Hochschule verkündet.

Dies sei vorigen Freitag der Fall gewesen, obwohl vorbereitende Arbeiten bereits schon früher erfolgt sind (AZ berichtete).Bis Mitte 2022 entstehen am Campus, Osterburger Straße, zwei jeweils 155 Meter lange Außenbahnsteige mit Sitzmöglichkeiten, Vitrinen, Abfallbehältern, Wetterschutz, Informations- und Wegeleitsystem sowie LED-Lampen, wie Verantwortliche beim Pressegespräch im Hauptbahnhof mitgeteilt haben. Der Zugang erfolgt über Treppen und stufenfrei über Rampen. Investiert würden rund sechs Millionen Euro.

Nach Beginn der Sanierung des Hauptbahnhofs vor zwei Jahren kündigt ein Sprecher jetzt an, dass mit der Fertigstellung des barrierefreies Umbaus und der Modernisierung der Bahnsteige inklusive des Personentunnels zum Ende des Jahres gerechnet werde. Zuletzt war geplant, dass der Tunnel schon im August in Betrieb geht. Bund, Land und Bahn investierten 26 Millionen Euro in die Arbeiten. Es entstehen drei Aufzüge. Die Bahnsteige werden den Einstiegshöhen der Züge angepasst. Es gibt ein Blindenleitsystem, neue Schilder, Windschutz, Vitrinen und Bänke. An der Online-Abstimmung zur Gestaltung der Wände im neuen Tunnel beteiligten sich rund 3500 Interessierte. „Die Gestaltung soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden“, sagt ein Sprecher.

Für die Amerikalinie zwischen Stendal und Uelzen als Teil des Projekts „Ostkorridor Nord“ werde alle eingleisigen Streckenabschnitte zweigleisig elektrifiziert ausgebaut. Umfangreiche Schallschutzmaßnahmen seien geplant. Erneuert werden soll auch die Leit- und Sicherungstechnik an mehreren Bahnübergängen. Als „wichtigen Meilenstein“ bezeichnen die Verantwortlichen die künftige Einbindung des zweiten Gleises der Strecke in den Bahnknoten Stendal. Damit könne der Ausbau 2024 starten. Die südlich, parallel zum vorhandenen Gleis im Westkopf des Bahnhofs geplante Strecke bringe „nur geringe Eingriffe für Anrainer, Landschaft und Natur mit sich“. Der Ausbau soll 2028 beendet sein.

Als Projektleiter des Ostkorridors Nord fungiert Andreas Hartwig. Baumaßnahmen im Bereich Salzwedel seien voraussichtlich zwischen März und Mai 2023 geplant, hatte der Projektleiter jüngst bei einem Runden Tisch erklärt. Demnach werde es Schallschutz mit gedämmten Fenstern sowie Lärmschutzwände geben. Diese würden frühestens 2024/2025 gebaut, bei der Farbauswahl sollen Städte und Gemeinden mitreden dürfen.

Mit dem Ausbau erhofft sich die Bahn eine Kapazitätssteigerung im Knoten Stendal, damit steigende Verkehrszahlen schnell und sicher abzuwickeln seien. Geschaffen würden auch Überholmöglichkeiten für 740 Meter lange Güterzüge. Anstatt von Relais-Technik sind elektronische Stellwerke vorgesehen und soll mittels sogenannter Blockverdichtung erreicht werden, dass nachfolgende Züge in Abschnitte nur einfahren können, wenn diese auch frei seien.

Die Amerikalinie Uelzen–Stendal-Magdeburg-Halle misst insgesamt 107 Kilometer, wovon 70 Kilometer zweigleisig werden. Die Strecke soll mit Tempo 160 km/h befahren werden, wofür 27 Bahnübergänge umgebaut sowie fünf neue Bahnsteiganlagen errichtet werden. Geplant ist der Bau von vier Überholgleisen sowie von circa 35 Weichen. Der Baubeginn ist 2025 geplant, die Fertigstellung soll 2028 sein. Die Bahn investiert 2021 landesweit 480 Millionen Euro.

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