„Stoßt an!“

Ministerpräsident Haseloff betont Gemeinschaftssinn in der Altmark

Stendal. Über eine Woche lang hat die Stadt Stendal ihr 850-jähriges Bestehen gefeiert. Zum Abschluss war nun auch Ministerpräsident Reiner Haseloff zu Besuch.

Bei einer Festsitzung des Stadtrates mit vielen weiteren Gästen im Katherineum referierte er über die Bedeutung von Gemeinschaft.

Reiner Haseloff

„Sachsen-Anhalt“, so der Landesvater, „ist für mich ohne diese wunderbare Region hier nicht vorstellbar“. Sie zeige, wie „bunt“ das Land sei. Es habe viele von Landwirtschaft, Tourismus oder Industrie unterschiedlich geprägte Regionen. Stendal als Hansestadt sei aber besonders geprägt: Denn durch die Tradition des mittelalterlichen Wirtschaftsbundes Hanse – Solidarität und Netzwerken über Staatengrenzen hinaus – zeige Stendal, dass der Menschenschlag geprägt sei durch Gemeinschaftsgefühl und Zusammenhalt. Das habe sich unter anderem schon bei der Flut 2013 gezeigt.

Als Bürgermeister Klaus Schmotz ihm zum Dank ein gutes Tröpfchen schenkte, erinnerte Haseloff an noch eine Eigenschaft des Altmärkers generell: Aufmüpfigkeit.

Denn immerhin habe die Altmark einen Kurfürsten im Mittelalter verjagt, weil der eine Biersteuer einführen wollte (die Familie des Kurfürsten zog von der Elbe an die Spree um – und Berlin wurde Hauptstadt, ein Treppenwitz der Geschichte in der Altmark). Haseloff ging auf Nummer sicher: „Liebe Stendaler, stoßt an!“

Dr. Matthias Puhle

Einen Festvortrag hielt der Magdeburger Historiker Dr. Matthias Puhle. Der bestätigte, das die Verleihung der Stadt- und Marktrechte an Stendal vor 850 Jahren immerhin sehr wahrscheinlich sei – der genaue Termin ist nicht rekonstruierbar. Puhle ging soweit, nahezulegen, dass die Hansestadt die erste war, die das damals europaweit einflussreiche Magdeburger Stadtrecht bekommen habe. „Klar ist, dass Stendal zwischen 1165 und dem Ende des 15. Jahrhunderts eine blühende, sich selbst verwaltende Stadt und aktives Mitglied der Hanse war“, so Puhle. Dass Stendal sich vor einigen Jahren wieder den Titel „Hansestadt“ gegeben habe, sei ein wichtiges Signal, „weil Geschichte nicht nur mit Vergangenheit zu tun hat, sondern auch Kraft und Zuversicht für die Zukunft gibt“.

Von Kai Hasse

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