12.749 Ostaltmärker leben von Sozialgeld / Alleinerziehende besonders betroffen

Hartz IV – 14 Euro pro Tag

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zds Stendal. 416 Euro im Monat, knapp 14 Euro am Tag – kann man davon leben? Wen es trifft, der hat keine Wahl, wenn er keinen Job hat. Im Landkreis Stendal ist die Zahl der Hartz-IV-Empfänger leicht gesunken.

Zum Stichtag 31. Dezember 2017 hatte das Statistische Landesamt 12.749 Männer, Frauen und Kinder (die bekommen weniger) in den Akten, denen Hartz IV den Lebensunterhalt sicherte (Vorjahr: 13 711). Dabei waren die meisten erwerbsfähig und im Alter bis 50 Jahre. Der Frauenanteil beträgt 50,1 Prozent, hier sind alleinerziehende Mütter stark vertreten. Rund 24,1 Prozent der Empfänger sind Kinder und Jugendliche (Vorjahr: 23,1 Prozent). Die 416 Euro sind der Hartz IV-Satz für eine Person, der seit Jahresanfang 2018 gilt.

Insgesamt wurden Leistungen an 6.384 Empfängerinnen und an 6.365 Empfänger ausbezahlt. Zusätzlich zum Geschlecht wird unterteilt nach erwerbsfähigen Arbeitslosengeld II-Beziehenden und nichterwerbsfähigen Sozialgeld-Beziehenden, wozu meist Kinder und Jugendliche zählen, die mit im Haushalt leben.

Genau aufgeschlüsselt erhielten im Landkreis Stendal 4.768 Männer und 4.792 Frauen Arbeitslosengeld II und weitere 3.189 Empfänger Sozialgeld, darunter 3.074 Kinder und Jugendliche (96 Prozent). Bezogen auf alle Leistungsberechtigten lag der Anteil der unter 15-jährigen Empfänger bei 24,1 Prozent.

Eine wichtige Besonderheit ist, dass es auch Fälle gibt, in denen jemand arbeiten geht, aber trotzdem ALG-II bekommt. Manchmal reicht schlicht das Arbeitseinkommen nicht, um auf die 416 Euro netto zu kommen. Dann wird der Mensch zum „Aufstocker“, bekommt die Differenz aus der Sozialkasse dazu.

Zunehmend sind Ausländer auf Hartz-IV angewiesen. Auch anerkannte Asylbewerber, die keinen Job finden, haben wie jeder andere ein Recht auf Hartz IV. Im Kreis Stendal waren zum Stichtag 1.597 Ausländer auf Hartz-IV angewiesen.

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