„Wenn dann mit Absperrung“

Hansestadt Stendal sieht keine Chance für den Wochenmarkt

Der Stendaler Marktplatz bleib erst mal leer: Die Stadtverwaltung sieht aktuell keine Möglichkeit, den Wochenmarkt anbieten zu können.
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Der Stendaler Marktplatz bleib erst mal leer: Die Stadtverwaltung sieht aktuell keine Möglichkeit, den Wochenmarkt anbieten zu können.

Stendal – Während in mehreren Städten im Landkreis und darüber hinaus die Wochenmärkte stattfinden können, hat die Hansestadt ihren für den gesamten Monat abgesagt (AZ berichtete).

Der Unmut von Bürgern und Standbetreibern zeigt sich unter anderem in den sozialen Medien.

Die Landfleischerei Carsten Pietrzak kommentiert: „Im Frühjahr dieses Jahres wurde trotz Lockdown der Markt durchgeführt. Jetzt im Herbst unter dem Light Lockdown kein Markt – sehr schade und leider unverständlich. Im Umkreis von Stendal sowie im angrenzenden Bundesland Brandenburg finden die Wochenmärkte statt.“

Andere Nutzer bemängeln, dass mit der Entscheidung Existenzen zerstört würden. Die Hansestadt reagiert und wiederholt ihre ursprünglich genannten Argumente: Eine Durchführung des Marktes sei nur mit einer Einlassbeschränkung möglich. Jedoch gab es auch einen Lichtblick: In einer Gesprächsrunde mit Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) sollten „mögliche Alternativen“, um einen Markt veranstalten zu können, erörtert werden.

Die Hoffnung darauf, noch eine Lösung zu finden, habe sich jedoch zerschlagen, wie Stadtsprecher Armin Fischbach im AZ-Gespräch berichtet. Eines der Probleme sei die Lage des Marktplatzes, der an drei Seiten von befahrenen Straßen umgeben ist. Da könne nur schwer eine Wartezone eingerichtet werden, um eine Überfüllung des Marktes zu verhindern. Deshalb wurde überlegt, mit dem Schützenplatz einen Ausweichort anzubieten. „Da hätte man dann wesentlich mehr Platz, vor allem, weil nicht alle Standbetreiber das wollen“, gibt Fischbach zu bedenken. Für alle Standbetreiber könne er nicht sprechen, jedoch habe sich herauskristallisiert, dass einige den Standortwechsel begrüßen würden. Andere lehnten ihn jedoch ab: Damit seien sie zu weit vom Stadtkern entfernt.

Eines sei jedoch in jedem Fall klar: „Wenn dann mit Absperrung“, macht der Stadtsprecher deutlich. Aufgrund der neuen Verordnung hätte die Hansestadt keine andere Wahl, als so vorzugehen. Jedoch habe die Stadt Verständnis dafür, dass die Bürger und Standbetreiber unzufrieden mit der Situation sind. „Das kann man nachvollziehen“, stellt Fischbach fest. Jedoch gäbe es noch weitere Gründe, von einem Wochenmarkt in Stendal abzusehen. „Wir sind aktuell Hotspot“, gibt der Stadtsprecher zu bedenken. Ob es sich dann lohne, für ein stark eingeschränktes Markttreiben mitten im Stadtzentrum so einen großen Aufwand zu betreiben und damit das Infektionsrisiko zu erhöhen, sei zumindest bedenklich.

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