„Schon ein bisschen stolz“

Hansestadt Stendal: Rückblick und Vorausschau mit OB Klaus Schmotz

Oberbürgermeister Klaus Schmotz denkt noch nicht ans Aufhören: Mit 68 Jahren könnte er zwar schon in Rente gehen, aber bis 2022, dem Ende seiner Amtszeit, will er am Ball bleiben.
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Oberbürgermeister Klaus Schmotz denkt noch nicht ans Aufhören: Mit 68 Jahren könnte er zwar schon in Rente gehen, aber bis 2022, dem Ende seiner Amtszeit, will er am Ball bleiben.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Stendal – Es ist ein herausforderndes Jahr, das zu Ende geht. Dabei war, trotz des alles überschattenden Themas Corona, nicht alles schlecht, wie Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) im AZ-Gespräch erklärt.

Es sei in entscheidenden Punkten gut vorangegangen. „Ach, was heißt stolz“, sagt Schmotz – das sei doch etwas hoch gegriffen.

Aber positive Nachrichten, wie erfolgreiche Bauabschlüsse bei der Ucht- und Mittelstraße, seien in den vergangenen Monaten etwas in den Schatten der Pandemie geraten. So auch die Eröffnung der neuen Kita in Uenglingen, was nicht zuletzt dem Einsatz des Stadt- und Ortschaftsrates zu verdanken sei. Das Projekt habe gut 1,5 Millionen Euro gekostet, aber „das war die Geschichte wert“, schätzt Schmotz die Situation ein. Der ehemalige Standort war nicht mehr zeitgemäß und mit dem neuen seien gute Voraussetzungen für die auf 50 Jahre angedachte Nutzungszeit des Gebäudes gelegt. „Darauf kann man schon ein bisschen stolz sein“, sagt der Oberbürgermeister mit einem Schmunzeln.

Ebenfalls richtungsweisend war die Grundsteinlegung für die Grundschule an der Haferbreite, die die Grundschule Petrikirchhof ersetzen soll. Noch vor einigen Jahren sah es gar nicht rosig um den Schulstandort aus. Es müsse 2013 oder 2014 gewesen sein, resümiert Schmotz, da sei über eine ersatzlose Schließung der Schule nachgedacht worden, nachdem ein „Demografiecheck“ negativ ausgefallen war, mit dem bewertet werden sollte, ob die Schule umfassend saniert wird. Mittlerweile habe sich die Kinderzahl jedoch wieder erhöht – was zeigt, dass es auch vor der Corona-Krise nicht immer das Schlechteste ist, auch mal einen Test mit einem Negativergebnis zu bekommen.

Auch in anderen Bereichen könne die Stadt Fortschritte verbuchen. Die Baustelle Schadewachten liege gut im Zeitplan, obwohl es dort in den vergangenen Monaten Unstimmigkeiten gegeben hatte (AZ berichtete). So stünden die Chancen nicht schlecht, dass die Prachtstraße pünktlich zum Sachsen-Anhalt-Tag 2022 fertiggestellt wird. „So Gott will“, wie Schmotz sagt, werde er dann auch noch Bürgermeister sein. Mit seinen 68 Jahren könnte er zwar schon in Rente gehen, aber ans Aufhören denkt er noch nicht. Bei seiner Wahl 2015 habe er die bewusste Entscheidung getroffen seine siebenjährige Amtszeit durchzuziehen – solange es sein Gesundheitszustand zulasse. Erneut antreten dürfe er jedoch nicht. Zu Beginn der Wahl dürfe in Sachsen-Anhalt das Rentenalter noch nicht erreicht sein, informiert der Oberbürgermeister, der das Amt seit 2001 durchgehend bekleidet.

Während seiner letzten Amtsjahre will Schmotz, neben der Fertigstellung der Prachtstraße, der wirtschaftlichen Entwicklung der Hansestadt einen Schub nach vorn geben. Die Grundvoraussetzungen seien aktuell nicht schlecht. Bedeutende Arbeitgeber bauen ihrer Branche entsprechende Anlagen auf und auch das Alstom-Werk, das vor einigen Jahren noch einer ungewissen Zukunft entgegensah, hat einen Großauftrag aus Niedersachsen an Land ziehen können (AZ berichtete).

„Es wird anders als sonst“, erklärt Schmotz zu den bevorstehenden Feiertagen. Da wünsche er allen Bürgern vor allem gesunde Weihnachten und äußert die Bitte, dass sich alle an geltende Regeln halten. So könnte mit dem Übergang ins neue Jahr die Hoffnung bestehen, dass Ende 2021 nicht mehr die Pandemie sämtliche Themen überschattet.

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