„Ein schlechtes Zeichen“ / Verwaltung will an mehreren Punkten agieren / Radfahrkonzept beibehalten

Hansestadt Stendal reagiert auf mäßiges Abschneiden beim Fahrradklimatest

Mehrere Fahrräder sind an einem Fahrradständer abgestellt.
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Die Erreichbarkeit des Stadtzentrums ist mit Note 3,0 bei dem Fahrradklimatest noch eins der besten Ergebnisse, mit denen die Hansestadt aufwarten kann.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Die Hansestadt hat ihr schlechtes Abschneiden beim Fahrradklimatest zur Kenntnis genommen und gelobt Besserung. Große Notensprünge seien dabei in kurzer Zeit jedoch nicht zu erwarten.

Stendal – „Das Ergebnis ist leider ernüchternd für die Stadt“, stellt Stadtsprecher Armin Fischbach auf AZ-Anfrage fest. Mit Note 4,43 war Stendal von seinen Bürgern beim Fahrradklimatest bewertet worden. (AZ berichtete).

Dass überhaupt genug Personen teilnahmen, um Stendal eine Wertung zu geben, wertete Werner Hartig vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) zunächst als Erfolg. Die Hansestadt selbst sieht bereits in diesem Punkt ersten Verbesserungsbedarf: „Zunächst einmal, dass leider nur 129 Teilnehmer mitgemacht haben, obwohl auch die Stadt auf verschiedenen Kanälen dafür geworben hat. Bei 40 000 Einwohnern sind das wenig“, stellt Fischbach fest. In anderen Städten wie Halberstadt und Wittenberg seien jeweils die doppelte Menge an Stimmen abgegeben worden.

Darüber hinaus sei auch das Testergebnis selbst kein gutes Zeugnis. Die Stadt habe sich die hauptsächlichen Kritikpunkte jedoch angeschaut und wolle sich zunächst und unter anderem im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit verbessern. „In dem Jahr, wo das Radverkehrskonzept beschlossen wurde und auch öffentlich ausgelegen hat, ist die schlechte Bewertung bei ‘Werbung für das Radfahren’ ein schlechtes Zeichen“, sagt der Stadtsprecher. Besser zu verstehen sei die kaum noch ausreichende Bewertung von 4,8 von „Wegweisung für Radfahrer“. Die angekündigte touristische knotenpunktbasierte Wegweisung werde erst im laufenden Jahr aufgestellt und dann geschaut, wo es punktuelle Ergänzungen geben müsse.

Auch beim Thema Leihfahrräder soll im laufenden Jahr mehr passieren. Ziel soll es sein, ein Angebot von Leihfahrrädern zusammen mit der Privatwirtschaft und Bürgerinitiativen auf die Beine zu stellen, berichtet Fischbach.

Für die weitere Auswertung des Ergebnisses werde die Stadt mit dem ADFC in gutem Kontakt bleiben, um Verbesserungsmöglichkeiten für den Radverkehr zu finden. Hoffnung auf einen großen Notensprung, habe die Stadt jedoch nicht: „ Eine sprunghafte Verbesserung in sämtlichen Schritten wird aber nur sehr schwer zu erreichen sein, gerade wenn man berücksichtigt, dass der Großteil der vergleichbaren Städte im Ranking sich ebenfalls im Bereich der Noten 3 und 4 aufhält“, gibt der Stadtsprecher zu bedenken.

Um das Radfahren in der Hansestadt zu verbessern wolle die Verwaltung am Radverkehrskonzept in seiner derzeitigen Form festhalten. „Eine Notwendigkeit zur Nachjustierung sehen wir nicht, weil die im Klimatest angesprochenen Probleme bereits Teile des Konzeptes sind“, erklärt Fischbach. Dabei seien die Lösungsansätze flexibel gestaltet. So könnten sie an die Bedürfnisse angepasst werden. Eine weitere regelmäßige Sitzungsfolge der AG Radverkehr, die das Konzept bis zur Beschlussfassung begleitete, sei nicht mehr geplant. Vorgesehen seien jedoch mehrere Verkehrsschauen zum Thema Radverkehr, bei der viele Mitglieder der Arbeitsgruppe zusammenkommen können.

„Da viele der kritisierten Problemfelder nicht nur in Stendal ein Thema sind, hoffen wir zusätzlich auf einen regen Austausch von Informationen und Lösungsansätzen in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK LSA)“, sagt Fischbach. Auch wenn die dortige Arbeit vergangenes Jahr coronabedingt nur wenig vorangekommen sei.

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