Eines der ersten Gastspiele im Land nach Coronapause

Hansestadt Stendal macht Zirkus

Der Moskauer Circus hat gefühlt überall in der Stadt und hier nahe der Stadtseeallee plakatieren lassen. Der Auftritt in der Altmark soll nicht für die Tonne sein.
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Der Moskauer Circus hat gefühlt überall in der Stadt und hier nahe der Stadtseeallee plakatieren lassen. Der Auftritt in der Altmark soll nicht für die Tonne sein.

Stendal – Ob das Gastspiel in Stendal tatsächlich der erste richtige Auftritt eines Zirkus in Sachsen-Anhalt seit Monaten ist, kann Armin Fischbach nicht mit Gewissheit sagen. Eine der ersten Vorstellungen dieser Art dürfte es allemal sein.

„Wir freuen uns, dass die derzeitigen Einschränkungen sich mittlerweile so weit entspannt haben, dass der Kulturbetrieb in Sachsen-Anhalt wieder Fahrt aufnehmen kann“, lässt der Stadtsprecher in dieser Woche auf Nachfrage der AZ unaufgeregt wissen.

Hinter den Kulissen könnten aber durchaus einige Hebel in Bewegung gesetzt worden sein. „Die Zirkusse hatten, wie so viele Kulturschaffende, sehr mit den Kontaktbeschränkungen zu kämpfen. “ Der „Moskauer Circus“ aus Süddeutschland schlägt für den 17. bis 20. September in der altmärkischen Kreisstadt sein Zelt auf.

Ein Künstler des Familienbetriebes an den Strapaten, speziellen Bändern. Kraftakrobatik gehört zu den Programmhöhepunkten des Moskauer Circus.

Sieben Vorstellungen der Zirkusleute sind momentan geplant. Inwieweit die Bürger Corona wirklich vergessen können und den Artisten zuschauen wollen, bleibt abzuwarten. Dass Zirkusse derzeit das ganz große Geld verdienen können, scheint noch eher unwahrscheinlich. Im Stendaler Gastspiel könnte deshalb auch außerhalb der Stadt mehr so etwas wie ein Signal gesehen werden, dass die Branche überhaupt noch lebt. „Mit dem Auftritt des Zirkus, der Wiedereröffnung des Uppstall-Kinos und dem Ende der Spielzeitpause des Theaters der Altmark wird den Stendalern ein wichtiges Stück Lebensqualität zurückgegeben, das viele in der harten Phase der Einschränkungen schmerzlich gefehlt hat“, denkt der Rathaussprecher vor allem an die Einwohner.

Die Spielregeln seien klar und nicht zuletzt durch die 7. Eindämmungsverordnung des Landes vorgeben, die achte Fassung gelte voraussichtlich ab dem 17. September. Seit dem 29. August dürfen Veranstaltungen in geschlossenem Räumen mit bis zu 500 gleichzeitigen Besuchern wieder stattfinden, sofern die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. „Dies ist mit einem entsprechenden Konzept durch den Veranstalter nachzuweisen“, betont Fischbach und verweist auf das Gesundheitsamt des Landkreises, das dies genehmigen und kontrollieren müsse. Die Stadt habe in ihrer Zuständigkeit die nötigen Sondernutzungsanträge für das Zirkusgastspiel bewilligt. „Dies gestaltete sich auch aufgrund der nicht vorhandenen Tiershow als unproblematisch.“

Nachdem die Corona-Beschränkungen gelockert waren, habe die Stadt Ausschau nach einem Ersatz für den Herbst gehalten. Der renommierte Circus Krone, schon fast Stammgast, hatte seine Jahrestour radikal zusammengestrichen. Der Moskauer Circus sei den Veranstaltungsmanagern im Rathaus von Krone empfohlen worden. Erstgenannter bezeichnet sich übrigens selbst als „einer der letzten Großzirkusse aus Deutschland“. Man komme mit einem komplett neuen Programm nach Stendal, der Titel: „One world.“ Einige Höhepunkte: Tango der Lüfte, Artistik auf dem Drahtseil und Kraftakrobatik an den Strapaten. Inzwischen haben die Zirkusleute zahlreiche Plakate in der Stadt aufhängen lassen. Die Zahl der Sitzplätze im Zelt wird wegen der Coronavorschriften reduziert.

Die Direktion des Moskauer Zirkus soll aus Russland stammen, auch deshalb die Hauptstadt des Landes im Namen. Ein Großteil der Artisten sei durch die russische Schule gegangen, ihre Qualität entsprechend hoch, hatte sich Gino Frank, Juniorchef des Zirkusbetriebes, bereits in der Montagsausgabe der AZ geäußert. „Manege frei“ hat es dieser Tage übrigens in Braunschweig geheißen, die Artisten treten im Nachbarbundesland Niedersachsen auf. Die Zirkuskasse in Stendal soll möglichst am 15. September öffnen. Für den Kartenvorverkauf und weitere Informationen und Kontakte: www.moskauer-circus.com. VON MARCO HERTZFELD  

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