Bündnis will Stendal voranbringen / Hansestadt gesprächsbereit

Stendal soll in zehn Jahren klimaneutral sein

Mai-Sonne treibt Solarstromerzeugung kräftig an
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Symbolbild: Regenerative Energien, die lokal gewonnen werden, sollen der Motor sein, der die Hansestadt binnen zehn Jahren zur Klimaneutralität bringen soll. 
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Ein Energie- und Klimaschutzkonzept hat die Hansestadt bereits. Das ist gut, könnte aber besser sein, wenn es nach dem Bündnis „Ansvar“ geht. In nur zehn Jahren soll Stendal klimaneutral sein.

Stendal – Stendal soll klimaneutral werden. Ähnliche Pläne strebt die Stadt mit ihrem Klimakonzept bereits an. „Das Klimakonzept ist gut, es zeigt, dass man sich mit dem Thema beschäftigt. Aber es könnte schneller gehen“, erklärt Isabella Lang vom Bündnis Answar, das eine Kommunikations- eine Solar- und eine Digitalisierungsfirma in sich vereint.

Was genau zu tun ist, um dieses Ziel zu erreichen, sei natürlich von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Deshalb könne nicht exakt gesagt werden, welche Maßnahmen und Kosten auf die Hansestadt zukämen, um binnen zehn Jahren klimaneutral zu werden. Die Basis sollen dazu jedoch erneuerbare Energien bieten. Diese würden dann, so der Plan, genutzt werden, um das gesamte Vorhaben, inklusive der Bezahlung des Bündnisses, zu finanzieren.

Wichtig sei es dabei nicht nur, die Energieproduktion lokal und unabhängig zu gestalten, sondern auch sämtliche Teile der Bevölkerung bei dem Projekt mitzunehmen. Dazu gehöre auch, den Menschen, deren Arbeit möglicherweise wegen einer solchen Umstellung gefährdet ist, Perspektiven zu bieten. Denn eine Stadt beziehungsweise Gesellschaft, die keine fossilen Brennstoffe wie Gas oder Öl aus fernen Ländern bezieht, müsse bedenken, was aus ihren Heizungsinstallateuren und Kfz-Mechanikern werde. Für diese Berufszweige böten sich Umschulungen an, erklärt Lang. Diese würden ebenfalls aus dem selbstproduzierten grünen Strom finanziert werden. Fahrzeugmechaniker könnten sich auf E-Autos spezialisieren und Wärmepumpen für Heizungsanlagen müssten in dieser Zukunftsvision weiterhin gewartet werden.

Isabella Lang stellt einige Details zum Plan klimaneutrales Stendal vorab vor.

Neben der Perspektive, etwas für die Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels zu tun, lägen die Vorteile auf der Hand: Klimaneutralität bedeute langfristig Geld sparen. Die CO2-Steuer zeigt bereits seit Anfang des Jahres mit erhöhten Kraftstoffpreisen, die auch mit dem gestiegenen Rohölpreis zusammenhängen, seine Wirkung. „Und die wird in den kommenden Jahren steigen“, sagt Lang.

Die Hansestadt Stendal bestätigt auf AZ-Anfrage, dass ein städtischer Vertreter zur Vorstellungsveranstaltung in der kommenden Woche eingeladen worden sei. Weitere Details seien noch nicht bekannt, was angesichts der geplanten Vorstellungsrunde nachvollziehbar sei, erklärt Stadtsprecher Armin Fischbach. Das integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept der Hansestadt sehe vor, dass die CO2-Emissionen bis 2035 um 75 Prozent reduziert werden sollen. „Einem gangbaren Weg, wie der Emissionsausstoß schneller und weiter heruntergebracht werden könnte, stünden wir mithin offen gegenüber“, stellt Fischbach auch klar.

Alle Interessierten können an der Zoom-Präsentation am Dienstag, 30. März, um 19 Uhr teilnehmen. Dafür ist eine Anmeldung unter https://bit.ly/3vWpRNB notwendig.

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