Hansestadt Stendal erwägt juristische Schritte / Wirkung auf Naturstein nicht absehbar

Sprühkreide schlecht vom Stendaler Marktplatz entfernbar

Auf dem nassen, gepflasterten Marktplatz liegt ein gelber Wasserschlauch. An den Kanten der Pflastersteine sind Farbrückstände.
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Trotz Reinigung mit Hochdruckreinigern sind Farbrückstände zu erkennen.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Die vermutlich gut gemeinte Kreidemalaktion auf dem Stendaler Marktplatz könnte ein juristisches Nachspiel bekommen: Die Farbe ist nur schwer zu entfernen.

Stendal – Farbenfroh hatten die Bündnisse „Fridays for Future Stendal“, „KeineA14“, das Bündnis Herz statt Hetze sowie das Netzwerk „Respekt. Für Teilhabe und gegen Diskriminierung im Landkreis Stendal“, am Freitagnachmittag den Marktplatz verziert – sagen die einen. Von einer „Verschmutzung“ sprechen die anderen, wie Stadtsprecher Armin Fischbach eine Bürgerzuschrift zu dem Thema zitiert.

Bereits vor Freitag hatte es eine Auseinandersetzung zur Durchführung gegeben. Die Aktion war letztlich per Anwalt ermöglicht worden (AZ berichtete). Als Grund dafür nennt Fischbach die Sorge der Stadt, dass der erst vor wenigen Jahren neugestaltete Marktplatz wegen der Aktion Schaden nehmen könnte. „Sollten stärkere Reinigungsmittel zum Einsatz kommen müssen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Steine nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen werden“, erläutert der Stadtsprecher. Aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes fürchte die Stadt, dass derartige Aktionen in Zukunft´öfter stattfinden könnten. Eine weitere Schädigung der Bausubstanz wegen regelmäßiger Reinigungen könnte die Folge sein.

Der Personaleinsatz zur regelmäßigen Reinigung des Marktplatzes nach dem Wochenmarkt ist größer als sonst.

Nachdem ein Regenschauer zunächst ein, wie Fischbach erklärt, ernüchterndes Bild ergab, konnten größtere Teile der Farbe am Mittwoch nach dem Wochenmarkt entfernt werden. Schadfrei ist die Reinigung jedoch nicht vonstattengegangen, wie Vize-Oberbürgermeister Axel Kleefeldt erklärt und auf die teilweise ausgespülten Fugen des Marktplatzes hinweist. „Und trotzdem ist die Farbe nicht weg“, sagt er. Die Hansestadt prüfe jetzt, welche Kosten für die Reinigung aufkommen und, ob sich die Versammlungsleitung an diesen beteiligen muss. „Die Hansestadt Stendal achtet das Versammlungsrecht und die freie Meinungsäußerung als fundamentale Grundrechte“, erklärt Fischbach. Damit gehe jedoch nicht einher, dass öffentliches Gut beliebig umgestaltet oder beschädigt werden darf.

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