Abfrage des Bildungsministeriums für benötigte Fördermittel für Lüfter

Hansestadt Stendal braucht nur wenig Luftfilter für Klassenräume

Eine CO2-Ampel steht auf einem Tisch. Im Hintergrund ist ein Lehrer an der Tafel zu sehen.
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Sogenannte „CO2-Ampeln“ können beispielsweise in Klassenzimmern darauf hinweisen, dass es mal wieder an der Zeit ist zu lüften.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Fördermittel soll es geben, aber die Höhe ist noch unklar. Aktuell werden die Klassenzimmer, die Luftfilter brauchen gezählt, um den Förderbedarf zu ermitteln. Groß wird Stendal davon nicht profitieren.

Stendal – Noch sind keine Belüftungsgeräte für die Schulen der Hansestadt bestellt, auch wenn seit geraumer Zeit Fördermöglichkeiten im Raum stehen (AZ berichtete) – allerdings ist kürzlich wieder Bewegung in die Frage gekommen. Grund für das städtische Zögern sei auch, dass die Effektivität der Anlagen von Bund und Ländern lange Zeit infrage gestellt wurden, stellt Stadtsprecher Armin Fischbach auf AZ-Anfrage klar. So habe das Landesumweltamt sich derart positioniert, dass gut zu belüftende Klassenzimmer diese Technik nicht benötigen. „Eine Ausrüstung ebendieser Klassenzimmer kommt aus heutiger Sicht nicht infrage, weil die Stadt nicht entgegen der Expertenmeinung von Bund und Land zusätzliche Steuermittel für eine umstrittene Maßnahme ausgeben kann.“

Anders sieht es jedoch bei den Räumen aus, bei denen diese Vorgabe nicht erfüllt wird – und für die gibt es neue Möglichkeiten. Kürzlich hat das Bildungsministerium des Landes Sachsen-Anhalt dazu aufgefordert, Klassenräume zu zählen, erklärte Sebastian Stoll bei der Sitzung des Schul-, Sport- und Kulturausschusses des Kreistages. Damit soll ermittelt werden, welche Fördermittelmengen für das Land Sachsen-Anhalt notwendig werden. Der Aufforderung, die ebenfalls an die jeweils zuständigen Bürgermeister gegangen sei, wolle der Landkreis bis zum gesetzten Datum 31. August nachkommen. Allerdings, so merkte er auch an, werde für den Eigenanteil wohl tief in die Tasche gegriffen werden müssen.

Auch die Hansestadt will die Aufgabe fristgerecht erledigen und die Räume entsprechend ausstatten. „Für die nun förderfähigen Räume werden wir aber selbstverständlich die entsprechenden Geräte anschaffen“, erklärt Fischbach. Sonderlich viele gibt es davon nach bisherigen Erkenntnissen jedoch gar nicht. „Stand jetzt sind lediglich drei Räume der Kategorie 2 zugeordnet und somit nach der Ankündigung des Landes förderfähig. Alle anderen Räume gehören der Kategorie 1 an“, fasst Stadtsprecher Philipp Krüger die bisherigen Erkenntnisse zusammen. Kategorie 1 umfasst für diese Zwecke Räume, die mit Fenstern voll belüftbar sind. Kategorie 2 verfügt nur über Kippfenster oder Lüftungsschlitze. Technisch gesehen gibt es noch eine Kategorie 3: Diese haben keine Fenster und sind nicht als Unterrichtsräume zugelassen. „Unserer Einschätzung nach, wäre es wichtiger, diese Räume mit CO2-Ampeln auszurüsten, die das notwendige Lüften anzeigen und vom Land Sachsen-Anhalt bis Schuljahresbeginn beschafft werden sollen“, erklärt Fischbach.

Diese neuen Entwicklungen bedeuten jedoch auch, dass eine Installation von Anlagen, unabhängig ob sie fest eingebaut oder mobil sind, vor Ende der Sommerferien unwahrscheinlicher wird. Diese dauern noch bis zum 1. September an. Also einen Tag länger als die Fristsetzung.

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