Rathaus begrüßt Initiative eines Stadtrates und wartet auf Details

Projekt plötzlich nah: Handwerkerschaft schiebt Zookiosk-Neubau in Stendal an

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Der marode Kiosk rechts soll nach wie vor abgerissen werden. Noch im Herbst sind aus einer Bude links Essen und Trinken verkauft worden. Ein Übergang, mehr nicht.

Stendal – Das Warten auf einen neuen Kiosk für den Tiergarten in Stendal könnte ein Ende haben. Durch einen Schulterschluss der Stadtratsfraktionen und mit Unterstützung der Kreishandwerkerschaft Altmark könnte gelingen, was in den vergangenen Jahren immer wieder verschoben wurde.

Initiator des Ganzen ist demnach Thomas Stelle, Mitglied der Fraktion Freie Stadträte / Bürger für Stendal und Zimmerermeister. Die Stadtverwaltung begrüße das Engagement, teilt Rathaussprecher Armin Fischbach auf AZ-Nachfrage mit. „Auch wenn bislang keine handfesten Details angekündigt werden können.“

Art und Umfang der Zusammenarbeit ließen sich noch nicht umschreiben. Ob die Fraktion in Absprache mit den anderen Fraktionen tatsächlich einen Antrag auf schnelle Realisierung des Projektes einbringt, bleibt abzuwarten. Fischbach verweist erst einmal auf die nächste Stadtratssitzung am 17. Februar. „Nach den letzten Vorgesprächen scheint die umfangreichere und kostenintensivere der damaligen Varianten von den Fraktionen favorisiert zu werden.“ Die große Variante dürfte nicht zuletzt eine Innengastronomie umfassen. Der nach dem Krieg neu aufgebaute Zoo wird 2022 immerhin 70 Jahre alt.

Vorhaben immer wieder verschoben

Seit mindestens sechs Jahren wird über ein neues festes gastronomisches Angebot diskutiert. Der alte Kiosk ist verschlossen, sein Abriss ist seit Jahren geplant. Dr. Uwe Donner, Vorsitzender des Vereins der Tiergartenfreunde, sprach Ende 2018 von einem „Kiosk-Koma“, das die gesamte Einrichtung lähme und sich negativ auf die Besucherzahlen auswirke. Für die kleine Kiosk-Variante sind 190 000 Euro im städtischen Haushalt eingeplant, die von Jahr zu Jahr weitergeschoben werden. In vergangenen Jahren wurde in der Hauptsaison aus einer Imbissbude heraus verkauft.

Fachämter und Oberbürgermeister verwiesen regelmäßig auf größere Bauprojekte und eine Prioritätenliste. Auch soll die Personaldecke der Stadtverwaltung schlichtweg zu dünn sein, um das Vorhaben im Zoo entscheidend voranzutreiben. Fischbach aktuell: „Auch die Stadtverwaltung wünscht sich, dass dieses Bauvorhaben bereits angegangen worden wäre, doch war es aufgrund personeller Engpässe bislang nicht realisierbar. Im Rahmen interner Gespräche bot Herr Stelle an, dass die Kreishandwerkerschaft mitwirken könnte.“ Bekräftigt hat er dies in einer jüngsten Sitzung des Hauptausschusses.

VON MARCO HERTZFELD

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