Nach Absage in Osterburg

Hängepartie um das Rolandfest: Stendal klammert sich an Großveranstaltung

Da war die Welt noch in Ordnung: Ein Spaßtheater unterhält Besucher, der Reifen ist an einem Baum befestigt. Das Rolandfest gilt neben dem Burgfest in Tangermünde als die größte Veranstaltung dieser Art in der Region.
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Da war die Welt noch in Ordnung: Ein Spaßtheater unterhält Besucher, der Reifen ist an einem Baum befestigt. Das Rolandfest gilt neben dem Burgfest in Tangermünde als die größte Veranstaltung dieser Art in der Region.

Stendal – Die Hansestadt gibt das Rolandfest 2020 nicht auf. „Die Vorbereitungen schreiten voran, jedoch wurden die Vorabstimmungen und Planungsgespräche an die aktuell schwierige Situation angepasst“, teilt Rathaussprecher Armin Fischbach der AZ auf Anfrage mit.

Das traditionsreiche Stelldichein ist für den 5. bis 7. Juni geplant. Inwieweit sich dann tatsächlich schon wieder Menschenmassen durch die Altstadt bewegen dürfen, bleibt abzuwarten.

Die Coronakrise setzt dem kommunalen Veranstaltungsmanagement stark zu. Die Vorbereitungen für den Sachsen-Anhalt-Tag 2022 in Stendal ruhen momentan. Das Stadt- und Spargelfest im nahen Osterburg Anfang Mai, eines der größten Frühlingsfeste in der Altmark überhaupt, ist bereits gestrichen worden.

Sollte sich die Lage in den kommenden Monaten nicht entspannen und müsste das 53. Rolandfest abgesagt werden, würde dies auf Anordnung der zuständigen Ämter auf Landkreisebene geschehen. Dies falle dann aus rechtlicher Perspektive in die Kategorie höhere Gewalt. „Weshalb die Gagen, abgesehen von bereits entstandenen Kosten, nicht gezahlt werden müssten, beziehungsweise erstattet werden. Die Kosten für die Stadt Stendal lägen in diesem Szenario wohl in einem niedrigen vierstelligen Bereich“, schätzt der Rathaussprecher vorsichtig ein. Knapp zweieinhalb Monate bleiben bis zum Fest.

Ein intensiver Austausch mit den Künstlern und Agenturen sei wichtiger denn je. „Um für alle Parteien einen einheitlichen und klaren Informationsfluss zu sichern.“ Durch die Pandemie bestehe derzeit eine große Verunsicherung in der Bevölkerung und die Menschen hätten nachvollziehbare Ängste. Leider entstünden unter diesen Umständen gar nicht so selten auch Fehlinformationen und Unwahrheiten, die als Fakten dargestellt würden. „Es ist uns deshalb wichtig, all unseren Partnern ein Stück weit Sicherheit zu vermitteln und sie wissen zu lassen, dass wir derzeit am Rolandfest 2020 festhalten“, unterstreicht Fischbach.

Der Sachsen-Anhalt-Tag ist im Kalender noch weiter weg, er soll vom 1. bis 3. Juli 2022 in Stendal über die Bühne gehen, bis dahin sind es noch mehr als zwei volle Jahre. Wobei: Das Landesfest hat momentan keine Priorität. „Die Situation um das Coronavirus ist nach wie vor sehr dynamisch und entwickelt sich weiter. Aktuell haben weder die Kollegen in unserem Haus noch die Zuständigen auf Bundeslandebene Kapazitäten dafür.“ Für die Großveranstaltung im Sommer 2022 werden einige Zehntausend Besucher in der Hanse- und Rolandstadt erwartet.

VON MARCO HERTZFELD 

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