Vergewaltigungsprozess: Gerichtspsychiater sieht Täter in vollem Umfang schuldfähig

Gutachter sprechen klare Sprache

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hel Stendal / Kloster Neuendorf. Das Gutachten vom Gerichtspsychiater Dr. Egbert Held spricht den 41-jährigen Torsten F. aus Kloster Neuendorf im Vergewaltigungsprozess gegen seine frühere Lebensgefährtin voll schuldfähig.

Darüber informierte der Pressesprecher des Stendaler Landgerichtes, Dr. Michael Steenbuck, nach Prozessende. Gestern wurde die Verhandlung vor dem Landgericht mit der Anhörung von Gutachten des früheren Arztes am Uchtspringer Fachklinikum sowie einer weiteren Medizinerin und einer Psychotherapeutin wieder aufgenommen. Alle drei Gutachten sprechen den 41-Jährigen übereinstimmend schuldfähig.

Held konnte in seinem Gutachten keine Fakten vorlegen, dass der Angeklagte aus psychiatrischen Gründen schuldunfähig ist. Dieses Papier war notwendig geworden, um den psychiatrischen Hintergrund des mutmaßlichen 41-jährigen Täters detailliert zu klären.

In der Anklageschrift, die Staatsanwältin Rosemarie Fährmann während des ersten Verhandlungstages Anfang Januar vortrug, wird dem damals 40-Jährigen vorgeworfen, seine ehemalige Freundin am 27. Juli 2012 vergewaltigt zu haben (die AZ berichtete). Er verschaffte sich Zugang zur Wohnung, überraschte die Frau. Sie schrie, versuchte sich zu wehren, der Kloster Neuendorfer vergewaltigte sie. 17 Tage vor der Vergewaltigung an seiner früheren Lebensgefährtin war der Angeklagte auf eigene Verantwortung und gegen den Rat der Ärzte aus der Fachklinik Uchtspringe entlassen worden.

Später verfasst die Staatsanwaltschaft eine Anklageschrift, das Landgericht lässt diese allerdings ohne ein psychiatrisches Gutachten zu. Daraufhin wurde der zweite Prozesstag abgesagt. Gestern nun standen während des Prozesstages die beiden Mediziner und die Psychotherapeutin dem Gericht Rede und Antwort, um verwertbare Aussagen zur Schuldfähigkeit zu erhalten.

Der Prozess unter der Vorsitzenden Richterin Simone Henze-von Staden wird am morgigen Freitag fortgesetzt.

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