Den Boden bereitet

Grundstein für Stendals Schul-Neubau soll Ende Oktober gelegt sein

Die Erdberge hinten erreichen dieser Tage neue Höhen. Arbeiter heben die Baufläche weiter aus. Ist die Bodenplatte geschaffen, geht es naturgemäß in die Höhe. Am Haferbreiter Weg in Stendal wächst eine Grundschule. 
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Die Erdberge hinten erreichen dieser Tage neue Höhen. Arbeiter heben die Baufläche weiter aus. Ist die Bodenplatte geschaffen, geht es naturgemäß in die Höhe. Am Haferbreiter Weg in Stendal wächst eine Grundschule.

Stendal – Baumaschinen rollen, ihre Fahrer scheinen dieser Tage noch einmal einen Gang zulegen zu wollen. Die Arbeiten für die neue Grundschule in Stendal sind sogar von der etwas entfernten Arneburger Straße aus zu sehen, so sehr türmen sich mittlerweile die Erdmassen.

„Der Aushub und die weiteren Arbeiten dienen zur Herstellung der Bodenplatte, womit wir die baldige Grundsteinlegung vorbereiten“, weiß Rathaussprecher Armin Fischbach auf Nachfrage der AZ. Die offizielle und feierliche Grundsteinlegung am Haferbreiter Weg sei momentan für den 30. Oktober geplant. Streng genommen hätten die Rohbauarbeiten mit der Herstellung der Bodenplatte natürlich schon begonnen.

Nach knapp dreijähriger Vorbereitung entsteht neben der markanten, älteren Sporthalle ein völlig neuer Lernort. Er soll einmal 150 Schülern und 120 Hortkindern Platz bieten. „Mit dem Abschluss der eigentlichen Bauarbeiten rechnen wir derzeit zum Ende des Jahres 2021 hin.“ Danach müsse aber noch das Schulmobiliar angeschafft und alles eingerichtet werden. „Der endgültige Fertigstellungstermin könnte in den Februar 2022 fallen“, formuliert Fischbach lieber vorsichtig. Der Faktor Zeit stellte sich bei diesem Großprojekt immer wieder einmal quer, Politik und Verwaltung haben es sich schon mit der Grundentscheidung für den Neubau nicht einfach gemacht, in den verschiedenen Gremien wurde kräftig diskutiert.

Das liebe Geld spielte und spielt dabei eine wichtige Rolle. Einschließlich aller Nebenkosten sind für das Vorhaben circa 7,4 Millionen Euro veranschlagt. Nur zur Erinnerung: Lange Zeit war die Rede von 5,3 Millionen Euro. Fast überall steigen die Baupreise. Inwieweit die Kosten von Beginn an zu niedrig angesetzt waren, lässt sich nach wie vor schwer einschätzen. Fischbach zur aktuellen Berechnung: „Die bisher vorliegenden Angebotspreise liegen im Rahmen der Kostenschätzung. Etwa 60 Prozent der Leistungen sind bereits ausgeschrieben, weshalb wir zuversichtlich sind, dass die endgültigen Kosten sich in diesem Rahmen befinden und nicht unverhältnismäßig steigen werden.“

Mit dem Neubau sind die Tage der Grundschule Petrikirchhof am Rande der Altstadt gezählt. Das fast 150 Jahre alte Gebäude reicht der Hansestadt für einen modernen Schulbetrieb nicht mehr aus, zu wenige Räume, nur unzureichend Platz, eine Sanierung lohne nicht. Dass sich die Einheitsgemeinde eine neue Schule leisten will, ist keine Selbstverständlichkeit. In den sechs staatlichen Grundschulen sollen derzeit an die 1500 Kinder lernen. Mittel- bis langfristig rechnen Politik und Verwaltung wieder mit eher sinkenden Schülerzahlen. So oder so: Die Schullandschaft in der Kernstadt der Einheitsgemeinde Stendal dürfte sich durch das neue Objekt spürbar verändern. VON MARCO HERTZFELD 

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