Gefälschter Aufkleber / Unbekannte wollen Stendal 2025 klimaneutral sehen

„Grüner Eumel gehört nicht dazu“

„Äußerst schlampig angebracht“: Bei genauerem Hinsehen lasse sich erkennen, dass der grüne Aufkleber nicht zu denen von der Bahn gehört.
+
„Äußerst schlampig angebracht“: Bei genauerem Hinsehen lasse sich erkennen, dass der grüne Aufkleber nicht zu denen von der Bahn gehört.

Stendal – Wer aktuell durch den Röxer Tunnel geht, kann sich im Vorbeilaufen über einige historische Fakten der Hansestadt und ihres Bahnhofes informieren.

Interessierte erfahren so, dass die „Lehrter Bahn“, die Berlin und Hannover verbunden hat, 1871 fertiggestellt wurde.

Von 1994 bis 1998 wurde die ICE-Strecke zwischen diesen Punkten mit Halt in Stendal erbaut. 1912 wurde der Fußgängertunnel, von Röxe zum Bahnhof eröffnet und 2002 wurde der Bahnhofsvorplatz nach einer kompletten Erneuerung der Öffentlichkeit übergeben.

Eines macht jedoch stutzig: Insgesamt zwei der 62 Kreise, die jeweils doppelt vorhanden sind, damit die Daten aus beiden Richtungen gelesen werden können, verkünden, dass die Hansestadt Stendal 2025 klimaneutral sein soll. Weder die Verwaltung, noch die Bahn wissen von diesem Ziel. „Der grüne Eumel gehört nicht dazu“, erklärt Jörg Bönisch, Pressesprecher der Bahn für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Da hätten sich wohl „Scherzbolde ein Späßchen erlaubt“. Dass es sich um einen gefälschten Aufkleber handele, könne bei genauerer Betrachtung auch erkannt werden. Es wurde das falsche Papier benutzt, das Schriftbild stimme nicht und „Er ist äußerst schlampig aufgeklebt“, stellt Bönisch fest. Der fehlerhafte Aufkleber solle bald entfernt werden. Wie schnell das geht und ob dabei die darunterliegende Kachelfolie beschädigt wird, müsse herausgefunden werden. Das hänge vom verwendeten Klebstoff ab.

Laut Klimakonzept wolle die Hansestadt bis 2035 75 Prozent ihrer Emissionen einsparen, erklärt Stadtsprecher Armin Fischbach im AZ-Gespräch. „Wir sind immer bestrebt, besser zu werden, und sind für Anregungen und Input dankbar“, sagt der Stadtsprecher. Allerdings sei in diesem Fall der Vorschlag dann doch etwas zu sehr ambitioniert. „Es ist nicht komplett unmöglich, aber sicher schwierig“, gibt Fischbach zu bedenken.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare