Schmierereien im Stadtgebiet nehmen zu / Verwaltung schlägt Möglichkeiten zum Entfernen vor

Graffiti: Schmutzfinken schwer zu fassen

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Oft werden Schmierereien überstrichen. Die Täter entkommen meist ohne Konsequenzen.

Stendal. Zahlreiche Schmierereien verunstalten derzeit die Fassaden von privaten und öffentlichen Gebäuden. Vor allem der Schriftzug „F. . . die Kripo“ ist immer häufiger im Stadtgebiet zu lesen. Im Dezember wurden 17 Fälle der Schmiererei gezählt (AZ berichtete).

Was tut die Stadt nun konkret in solchen Fällen?.

„Es gibt eine Festlegung innerhalb der Verwaltung, dass vor allem rassistische oder obszöne Schriften innerhalb von 24 Stunden entfernt oder überstrichen werden müssen“, sagt Stadtsprecher Klaus Ortmann. Dies betrifft nur die öffentlichen Gebäude. Und hängt stark davon ab, welche Art von Sprühfarbe auf welchem Untergrund aufgebracht wurde. Bei historischem Mauerwerk gebe es weiterhin denkmalschutzrechtliche Aspekte zu beachten. „Wir haben bereits spezielle Mittel für Fensterflächen“, sagt Ortmann, „generell ist im Vorab ein Schutzanstrich für Fassaden möglich, der das Entfernen von Graffiti erleichtert. Der ist aber sehr teuer.“

Handelt es sich um eine reguläre Außenfassade, sei das Überstreichen die günstigste Methode. „Eigentum verpflichtet“, verweist der Stadtsprecher auf die Zuständigkeiten der Hauseigentümer. Dass die Schmierfinken im Nachgang eine rechtliche Konsequenz für ihr Tun erfahren, sei jedoch die Ausnahme. „Ich habe noch nicht gehört, dass man jemanden erwischt hat. Aber das ist bloß eine Beobachtung“, sagt Ortmann. Die Stadt fertige in jedem Fall eine Anzeige und hält einen Betrag im Haushalt für das Entfernen vor. Der Kreisverband der rechtspopulistischen Partei AfD hat eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des oder der Täter führen.

Von Mike Höpfner

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