Wandbild nahe Hochschule und neuem Haltepunkt

Bahnhof: Kunstvolles Graffito an Brücke in Stendel sitzt 2022

Ein Auto fährt unter der Eisenbahnbrücke der Osterburger Straße in Stendal.
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Ein Blick unter die Brücke an der Osterburger Straße in Stendal. Die Wände sollen kunstvoll besprüht werden, die Decke bleibt frei. Vor und hinter der Brücke links entstehen Bahnsteige.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Das Graffito an der Brücke nahe dem neuen Bahnhaltepunkt in Stendal soll ein echter Hingucker werden. Ein Entwurf liegt vor. Im Frühjahr soll das Projekt umgesetzt werden. Das Wandbild wäre damit auch pünktlich zum Sachsen-Anhalt-Tag 2022 fertig.

Stendal – „Die Sprayer haben mit beeindruckender Geschwindigkeit die verschiedenen Vorschläge der Beteiligten aufgenommen und in einem Entwurf vereint.“ Und doch braucht eine kunstvoll gestaltete Brücke am neuen Bahnhaltepunkt „Stendal Hochschule“ an der Osterburger Straße einfach Zeit. Im Frühjahr sollen sich die Dosen leeren. Auch rechtzeitig zum Sachsen-Anhalt-Tag Anfang Juli könnten Einheimische und Gäste durch ein besonderes Stadttor fahren. Rathaussprecher Armin Fischbach lässt sich auf AZ-Nachfrage noch ein wenig mehr in die Karten schauen: „Der uns vorliegende Entwurf ist sehr kreativ und vereint das Wappen der Stadt, das Logo der Hochschule, historische Lokomotiven und mehr.“ In der Kreisstadt und auch außerhalb haben Profisprayer schon an mehreren Stellen ihre Spuren hinterlassen. Graffito dürfte durchaus bereichern.

Das Wandbild „Waschtag“ an der Hallstraße nahe dem Marktplatz in Stendal. Im Sommer 2016 noch nicht vollendet, war es doch schon ein beliebtes Fotomotiv.

Am Vorhaben beteiligt sind Stadt, Hochschule, Bahn und Eisenbahnfreunde. „Nach mehreren Absprachen mit den Sprayern wurde klar, dass ein Projekt dieser Größenordnung eine sorgfältige Vorbereitung benötigt, und der Zeitplan großzügiger angelegt werden muss, als von uns erst angenommen“, gesteht Fischbach ein. „Weiterhin müssen wir die politischen Gremien ins Boot holen. Leider mussten wir aber auch einsehen, dass die dafür nötigen Verfahren es nicht mehr zulassen, dass das Graffiti noch in diesem Jahr gesprayt werden kann.“ Denn natürlich: „Bei zu tiefen Temperaturen und der entsprechenden Witterung würde das Kunstwerk dann nicht mehr so gut halten.“ Sobald kein Frostrisiko mehr bestehe, könnten die Sprayer 2022 loslegen. Die Kosten mit allem Drum und Dran sieht Fischbach vorsichtig noch im vierstelligen Bereich.

Wappen, alte Loks und die Hochschule

Der Aufwand scheint nicht ganz unerheblich. Material, Künstlergage, Teilsperrung, Sicherung der Arbeitsstelle und mehr sind einzurechnen. Das Brücken-Tattoo soll sich aber allemal auszahlen. Fischbach spricht ausdrücklich von einem Kunstwerk im öffentlichen Raum. Es werde damit „nicht nur eine der wichtigsten Pendlerstraßen der Stadt optisch enorm aufgewertet, sondern auch der Stellenwert des neuen Bahnhofs sowie der Hochschule in Stendal allgemein unterstrichen“. Hinzu kommt: Eisenbahnbrücke und künftiger Bahnhof sollen „vor illegalen Verunstaltungen“ geschützt werden. Ein ungeschriebenes Gesetz in der Sprayerszene, bereits besetzte Flächen unangetastet zu lassen, könnte helfen. Beim feierlichen ersten Spatenstich für den Haltepunkt im Sommer sei jedenfalls auch genau darauf das Gespräch gekommen, erinnert der Rathaussprecher.

Zunächst war von einem Wettbewerb um das bestmögliche Motiv die Rede gewesen. Nun scheint es ohne diesen gehen zu können. Die Erwartungshaltung der Bürger dürfte beachtlich sein, schließlich befindet sich die Brücke für das Wandbild an markanter Stelle. Die Osterburger Straße gehört zu den meistbefahrenen Pisten der Kreisstadt. Über sie fließt Verkehr aus dem Norden hinein ins Zentrum. Der Entwurf sieht vor, beide Seiten der Brücken zu besprühen. Die Decke bleibe indes frei. Und: „Es handelt sich um ein sehr talentiertes Team von Hobbyisten, das auch schon andere öffentliche Orte gestaltet hat.“ Hauptberuflich üben die Sprayer das Ganze offenbar nicht aus oder zumindest nicht mehr. Wer Beispiele für ein Wandbild dieser Art in Stendal sucht, findet eines in Sichtweite des Landratsamts (Kirchenfürst Kagelwit) und eines nahe dem Rathaus (Waschtag).

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