Spender dürfen anschlagen

Glocken-Montage erneut verschoben: Neues Geläut in St. Marien soll im Mai kommen

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In diesen kleinen Turm wird das Glockenspiel eingebaut. Über der Stadt soll sich das Geläut ausbreiten.

Stendal – Das lang erwartete Glockenspiel mit 24 Glocken wird am Freitag, 8. Mai, um 18 Uhr in der Marienkirche das erste und einzige mal für alle zu betrachten und für die Spender anzuspielen sein. Dies berichtet Bärbel Hornemann vom Förderverein Glocken St. Marien Stendal.

Es wird mit Rahmenprogramm zum Verweilen in der Kirche einladen.

Der Einbau der Anlage hatte sich wegen einer Erkrankung von Glockengießer Simon Laudy in der Vergangenheit mehrfach verzögert. Zuletzt war die Eröffnung für diesen Monat geplant gewesen. Die benötigten Spenden in Höhe von insgesamt 35 000 Euro für die Glocken waren innerhalb weniger Monate zu Beginn des Jahres zusammen gekommen. Insgesamt werde die Anlage drei Tonnen wiegen und in mehreren Schwertransporten nach Stendal geliefert, berichtet Hornemann. Die Glocken werden nicht nachgeschliffen, deswegen sei ein Gießen vor Ort nicht notwendig. Gefertigt werde das Geläut in den Niederlanden.

Der Laudy will im Mai für zwei Wochen anreisen, um die Anlage zusammen zu bauen und später dann im Turm zu befestigen. Am 8. Mai sollen die Glocken dann also sichtbar und dazu noch für die Spender anzuschlagen sein. Es handele sich dabei um eine einmalige Gelegenheit das Geläut von Nahem zu betrachten. Danach kommen sie in den Turm und es besteht keine Möglichkeit des Zuganges mehr.

Eine ganze Woche solle es dauern, die Anlage zu befestigen. Am Sonnabend, 16. Mai, sei eine Orgelandacht geplant, bei der das Glockenspiel in Betrieb genommen wird, teilt der Förderverein mit. Die Glocken tragen die Namen ihrer Spender. Möchten diese lieber anonym bleiben, sollen Symbole oder andere Verziehrungen angebracht werden.

Mit 99 Melodien ist die mögliche Kapazität nach oben weitestgehend ausgereizt. Die Lieder des Glockenspiels sind täglich neben dem liturgischen Läuten drei bis vier Mal eingeplant. Bei der Auswahl der Melodien waren die Spender und Vertreter der Gemeinde, der Stadtmusikdirektor und ein externer Berater herangezogen worden. Für die moderneren Stücke wurden die Rechte bei der Gema eingeholt. Weitere Informationen wolle der Verein bei der Einweihung im Mai herausgeben. Für die Glockenumhängung, weitere Zimmermannsarbeiten und den Taubenschutz in der gesamten Kirche sind weiterhin 10 500 Euro an Spenden notwendig. 3000 Euro sind für diesen Zweck bislang zusammen gekommen. Weitere Spenden werden benötigt. Der Förderverein möchte dazu in Zukunft noch Gelegenheit geben. Bis zum Einbau des Geläuts verbleibt es bei den elf bereits vorhandenen Glocken.

Die vielfältigen Melodien werden dann hoffentlich ab Mai in der ganzen Stadt zu hören sein.

VON SIMON GERSTNER

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