„Gibt den Leuten Halt“

Gleichgesinnte treffen: Neue Selbsthilfegruppe für Parkinson-Erkrankte in Stendal

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Bärbel Riep (v.l.) ist Ansprechpartnerin für die Parkinson-Selbsthilfegruppe in Stendal. Die Idee dazu stammt von Christine Wedekind und Dr. Detlev Böhm.

Stendal – Die Hände zittern. Die Bewegungsfähigkeit wird eingeschränkt. Die Muskeln werden steif. Unter diesen Symptomen können Betroffene der Parkinson-Krankheit leiden, beschreiben Dr. Detlev Böhm, Chefarzt der Neurologie im Salus-Fachklinikum in Uchtspringe und die abteilungsleitende Ärztin Christine Wedekind.

Neben der aktiven Behandlung der Patienten sei es für diese auch wichtig, in den persönlichen Austausch zu treten. Aus diesem Grund soll in der Region Stendal eine neue Selbsthilfegruppe für Parkinson-Erkrankte und ihre Angehörigen entstehen.

„Das fehlt hier schon“, berichtet Böhm. Die Patienten seien froh über einen Ansprechpartner und darüber, sich mit anderen Betroffenen austauschen zu können oder gemeinsamen Aktivitäten nachzukommen. „Wir merken das in den MS Gruppen. Es gibt den Leuten Halt“, teilt der Arzt seine Erfahrungen. Auch Wedekind bestärkt, wie wichtig die Selbsthilfegruppenarbeit für Erkankte ist. „Es bringt den Menschen Sicherheit und Informationszuwachs. Dadurch bekommen sie dann noch mehr Sicherheit im Alltag mit der Erkrankung.“

Doch nicht nur für die Betroffenen ist die Selbsthilfegruppe da. Auch deren Angehörige können davon profitieren. „Denn es wirkt sich ja auch auf die Familie aus“, so Wedekind. Ein praktischer und emotionaler Halt könne so geschaffen werden.

Momentan noch müssen Betroffene vorrangig nach Osterburg verwiesen werden, weil dieses am dichtesten an Stendal liegt. „Dadurch, dass es hier keine Selbsthilfegruppe gibt, ist die Nachfrage schon da“, berichtet Bärbel Riep vom Paritätischen, welche die Selbsthilfekontaktstelle in Stendal und Salzwedel betreut. Anderorts, etwa in Gardelegen, Osterburg und auch Havelberg, gebe es entsprechende Anlaufmöglichkeiten.

Obwohl die Krankheit im Grunde häufiger bei älteren Menschen zwischen 60 und 70 Jahren auftritt, können auch Personen in den Vierzigern davon betroffen sein. „Wenn es in der Familie vorkommt, kann es auch schon früher auftreten“, berichtet Wedekind über die chronische Erkrankung des Nervensystems, unter der in Deutschland rund 200.000 bis 300.000 Menschen leiden. Die Krankheitsverläufe seien dabei sehr verschieden. „Parkinson ist nicht gleich Parkinson“, so die Ärztin. Eine Heilung gebe es nicht. Nur die Symptome könnten gemindert werden, etwa durch Medikamente oder eine Operation am Gehirn.

Betroffene wie auch Angehörige, welche Genaueres zur Selbsthilfegruppe erfahren wollen, können sich täglich bis 18 Uhr bei Ansprechpartnerin Bärbel Riep unter Tel. (0 39 31) 68 94 21 oder Tel. (0151) 16 26 67 44 melden.

VON LAURA KÜHN

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