Salus stellt Ideen zum 1. August vor

Gesundheitsversorgung im Landkreis Stendal: Neues Konzept für Klinik Havelberg

Das ehemalige Krankenhaus in Havelberg.
+
Nach dem Aus des Havelberger Krankenhauses kommt wieder Bewegung in die Angelegenheit: Die Salus will zum 1. August ein neues Konzept zur Gesundheitsversorgung vorlegen.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
    schließen

Die Gesundheitsversorgung im Landkreis Stendal hat mit dem Wegfall des Havelberger Krankenhauses einen Knick erleiden müssen. Salus hat angekündigt zum 1. August ein neues Konzept vorzustellen.

Stendal – Die Gespräche, die zum Krankenhaus Havelberg stattgefunden haben, nachzuvollziehen, habe sich als schwierig gestaltet, erklärte Chris Schulenburg (CDU) bei der Sitzung des Kreistages. Seine Partei hatte nicht nur im Dezember Akteneinsicht in dieser Sache beantragt, sondern auch eine aktuelle Debatte. Das habe auch daran gelegen, dass teilweise einfach keine Gesprächsprotokolle, wie es eigentlich Vorschrift sei, geführt wurden. Nur mit vollständiger Aktenlage könne der Kreistag seine Kontrollfunktion gegenüber der Verwaltung ausführen, sagte der CDU-Politiker, nahm jedoch in anderen Punkten den Landrat als Verwaltungsoberhaupt in Schutz. Während die CDU für ergebnissoffene Gespräche plädiert habe, es dafür jedoch keine Mehrheit gab, seien unter anderem die Ideen der Pro Altmark zu eng gestrickt und nicht realisierbar gewesen. Da sei es nur verständlich, dass dem Landrat der Kragen platzt, wenn immer die gleichen Forderungen gestellt werden.

Mit den neuen Ankündigungen von Salus, die sich aus der Krankenhausfrage in Havelberg verabschiedet hatte, bis zum 1. August ein neues Konzept vorzustellen, sollte der Blick nach vorne gerichtet werden. „Ich hoffe, dass die Ankündigungen Früchte tragen.“

„Wir haben uns alle nicht mit Ruhm bekleckert“, meinte Mario Blasche (Die Linke). Dem Kreistag sei es nicht gelungen, geschlossen aufzutreten. In der Landespolitik habe es nicht besser ausgesehen. Das überhaupt noch über das Thema gesprochen werde, liege an dem Engagement des Vereines Pro Krankenhaus Havelberg. Die bisherigen Informationen zum möglichen Gesundheitszentrum sähen realisierbar aus. Man müsse sich anschauen, welche Punkte nicht den Vorstellungen des Kreistages entsprechen und diese diskutieren.

Nico Schulz, Fraktionsvorsitzender Pro Altmark, konnte sich eine Spitze gegen die Kreistags-CDU nicht verkneifen. Dass gerade diese eine bessere Aktenführung in der Verwaltung anmahne, wenn in ihrem eigenen Kreistagsbüro so viele verloren gingen, sei überraschend. In der vergangenen Diskussion um den Krankenhausstandort Havelberg hätte der Landkreis Glück gehabt, dass die Johanniter ein Angebot vorgelegt, jedoch keine Unterstützung gefunden hätten. Dem neuen Vorstoß maß er geringe Chancen zu: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Salus ein adäquater Ersatz ist.“

Wenn sich jetzt eine Lösung finde, müsse der Kreistag dafür sorgen, dass es auch umgesetzt wird, plädierte Juliane Kleemann (Fraktionsvorsitzende SPD) dafür, das Angebot genau zu studieren. „Wenn wir was tun wollen, müssen wir aufhören, Wahlkampf zu machen und aufpassen, dass was passiert“, stellte sie fest.

Kreistagsvorsitzende Annegret Schwarz (CDU) mahnte zum Abschluss der Diskussion an, dass die Verwaltung in Zukunft darauf achten müsse, dass sie ihre Akten gut führt. Aber auch für die Kreistagsmitglieder gab es gewissermaßen einen Arbeitsauftrag: Jetzt solle der Kreistag zunächst darauf warten, dass die Salus zum 1. August ihr Konzept vorlegt. „Wenn das vorliegt, müssen sich alle damit auseinandersetzen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare