Gemeinde Eichstedt ist schuldenfrei

Gegenstimme vom Gemeindechef

Stellwerksturm Eichstedt am Ortsausgang
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Bis Heimatgeschichte im Stellwerksturm zu bewundern sein wird, bleibt noch Zeit.
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Eichstedt – „Das haben wir geschafft“, blickt Eichstedts Ortsbürgermeister zufrieden auf die Finanzdiagnose der obersten Kassenwärterin Arneburg-Goldbecks.

„Die Gemeinde ist schuldenfrei“, attestiert Dana Hoedt als Fachbereichsleiterin für Zentrale Dienste und Finanzen der Uchtegemeinde schwarz auf weiß. „Dafür haben wir 18 Jahre gebraucht“, erklärt Karlheinz Schwerin der AZ.

Dennoch hat der 72-Jährige in der Ratssitzung als einziger gegen den Haushalt 2021 gestimmt. Im Papier enthalten ist für voraussichtlich 70 000 Euro der Bau von Parkplätzen vor der Eichstedter Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“. Mit dieser Investition hat sich der Gemeindechef bekanntlich nicht einverstanden erklärt (AZ berichtete). Vor dem Gebäude, das sich am Ortausgang in Richtung Baumgarten befindet, gilt seit einigen Monaten ein auf den Seitenstreifen beschränktes Halteverbot. Eltern haben ihren Bedarf an den neuen Stellflächen mehrfach reklamiert. Wann der Bau erfolgen könne, sei jedoch noch offen, weiß der Gemeindechef.

Die finanzielle Lage in Eichstedt mit seinen vier Ortsteilen sei davon geprägt, dass die Gemeinde wegen einer gestiegenen Steuerkraft mehr zur Kasse gebeten werde. Es gebe keine Zuweisungen, stattdessen müsse Eichstedt im Vergleich zum Vorjahr mehr Kreisumlage (391 000 Euro) und auch Verbandsgemeindeumlage (249 000 Euro) zahlen, wie die Fachbereichsleiterin dem Gremium mitgeteilt hat.

Dennoch sind eine Reihe von Bauvorhaben geplant. So etwa der Fußweg im Binnen und die Sanierung der Goldbecker Straße inklusive Entwässerung (Kosten circa 350 000 Euro). Mithilfe von Fördergeld aus dem Programm „Leader“ soll an den Dorfgemeinschaftshäusern in Rindtorf und Baben Hand angelegt werden. Während in Rindtorf Handlungsbedarf am Dachgeschoss und an der Heizung bestehe, müsse das Objekt in Baben wegen eines seit längerer Zeit bestehenden Feuchtigkeitsproblems dringend professionell trockengelegt werden, wie der Ortsbürgermeister erläutert. Außerdem seien auch Investitionen in die Entwässerungsanlage an der Hauptstraße in Baben vorgesehen.

Außerhalb des frisch beschlossenen Haushalts hofft das Gemeindeoberhaupt auf neuen Schwung für ein Projekt, das es zuletzt auf Rang 38 der Prioritätenliste des Leader-Programms geschafft habe. Von der Bahn käuflich erworben werden soll der am Ortsrand befindliche Stellwerksturm. Das Backsteinhäuschen könne ein markanter Ort für Heimatgeschichte werden. Beantragt werden könne Fördergeld für das Vorhaben aber erst 2022, blickt Schwerin der bevorstehenden Entscheidung gespannt entgegen. Noch lieber wäre dem 72-Jährigen der mitten im Dorf am Bahnhaltepunkt stehende Stellwerksturm. Dort jedoch gebe für das Heimatprojekt leider zu wenig Baufreiheit.

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