Neujahrsempfang von Stadt und Landkreis Stendal mit Rück- und Ausblick

„Gelebte Solidarität auch 2016“

Vertreter aus Politik und Wirtschaft hörten gestern im Musikforum Katharinenkirche beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Stadt und Landkreis Stendal den Rück- und Ausblick. Fotos: Postolache

Stendal. Die Flüchtlingssituation wird auch das Jahr 2016 prägen. Das machten gestern beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Stadt und Landkreis Stendal im Musikforum Katharinenkirche sowohl Oberbürgermeister Klaus Schmotz als auch Landrat Carsten Wulfänger deutlich.

„Aufeinander zugehen“ lautete der Appell des Stadtoberhauptes in seiner Begrüßung, während sich der Landkreis-Chef während der Festrede auch für dieses Jahr „eine gelebte Solidarität“ wünschte. 1500 Flüchtlinge kamen 2015 in die östliche Altmark, mit ebenso vielen rechnet Wulfänger im neuen Jahr. Neben der Unterbringung sei die Integration die zentrale Aufgabe. Hier setzen Stadt wie Landkreis weiterhin auch auf ehrenamtliches Engagement („Hier haben sich viele Netzwerke der Hilfe entwickelt“).

Der Ausländeranteil im Landkreis liegt mit 3200 (ca. 3 Prozent) weit unter dem Bundesdurchschnitt (9 Prozent). Ob die Flüchtlinge langfristig hier bleiben, „hängt von zahlreichen Faktoren ab, da kann man keine Prognose geben“, sagte Wulfänger. Er ging auch auf die Ängste der Bürger ein und verurteilte wie auch Schmotz mit Blick auf die jüngsten Ereignisse der Silvesternacht jegliche Form von Gewalt auf das Schärfste.

Vor Gästen aus Politik und Wirtschaft, aus Vereinen und Verbänden, Kirche und Institutionen wie Hochschule und Polizei erwähnte Wulfänger in seinem Rückblick die Bundesgartenschau, die neue Formen der Zusammenarbeit geschmiedet und die Region bekannter gemacht habe. Aber auch 25 Jahre Deutsche Einheit hätten 2015 geprägt. Der Landrat mahnte dazu, sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, was in den 25 Jahren passiert ist – „zerfallene Dörfer und verfallene Betriebe gehören der Vergangenheit an“. Es sei eine „enorme Aufbauarbeit geleistet“ worden, aber auch noch einiges zu tun. Wulfänger nannte als Beispiel den Bau der A 14. Er ließ den 200. Geburtstag Otto von Bismarcks Revue passieren, ging aber auch auf die Beseitigung der Flutschäden ein, die das Elbehochwasser im Sommer 2013 im Landkreis angerichtet hatte. „Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser“, mahnte der Landrat, weiter für einen besseren Hochwasserschutz und langfristige Konzepte, die den Flüssen mehr Raum geben, zu streiten.

Umrahmt wurde der Neujahrsempfang von der Bigband der Musik- und Kunstschule Stendal unter Leitung von Benjamin Ulrich.

Von Ulrike Meineke

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