Gastwirt aus Ziegenhagen macht sich für die Autobahn 14 stark

Bei Gose rauscht der Umsatz vorbei

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Jürgen Gose sieht vor seinem Landgasthof und Hotel den Umsatz förmlich an sich vorbeirauschen.

Altmark. Montagmittag in Ziegenhagen. Stoßstange an Stoßstange brettert ein Lastwagen nach dem anderen durch den kleinen Ort an der B 189 zwischen Osterburg und Stendal. Meist ziehen die Brummis einen langen Schwanz Autos hinter sich her.

Eigentlich müssten Jürgen Gose, Inhaber des direkt an der Straße gelegenen Landgasthofs, die Dollarzeichen in den Augen leuchten, angesichts der vielen potenziellen Gäste. Doch der Umsatz rauscht meist vorbei.

Wenn in ein paar Jahren wenige Kilometer entfernt die Autobahn 14 entlang führt, ist Schluss mit dem Trubel. Ist damit das Ende des traditionsreichen Gasthofs nebst Hotel besiegelt? „Eigentlich wäre ich das klassische Beispiel für einen Autobahngegner“, sagt Gose im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. Ist er aber nicht. Im Gegenteil: „Wir brauchen die A14. Sie ist wichtig für die Erschließung der Region“, fügt er hinzu. Es sei ein Trugschluss zu glauben, dass Hotels und Gaststätten an der Bundesstraße hauptsächlich von der „Durchgangskundschaft“ leben. „Der schnelle Gast kehrt ohnehin nicht ein“, weiß der Gastronom. LKW-Fahrern fehlten meist das Geld und die Zeit, um Essen zu gehen. Genervte Autofahrer wollen nach der Zuckeltour in der Kolonne möglichst schnell ans Ziel.

„Viele meinen, wenn die Autobahn kommt, ist bei Gose tote Hose“, berichtet der Gastwirt und Hotelier augenzwinkernd. Er sieht der Sache aber gelassen entgegen. Sicherlich werde es zeitweise einen Umsatzeinbruch geben. Das Hauptgeschäft, wie Familien- oder Firmenfeiern würden aber weiter laufen. Wahrscheinlich sogar einen Aufschwung nehmen, denn, wenn die Wirtschaft von der Autobahn profitiere, die Menschen ein geregeltes Einkommen hätten, profitiere auch seine Gastwirtschaft. Das Hotel könnte sich dann mehr auf Touristen orientieren. Für Langzeitgäste sei ein Standort an einer vielbefahrenen Bundesstraße ohnehin nicht optimal.

Apropos Bundesstraße. Die soll laut den Planungen neben der neuen Autobahn erhalten bleiben. „Das ist ganz wichtig für uns“, sagt Gose. Nicht jeder wolle schließlich auf der Autobahn fahren. „Das Schlimmste, das uns passieren kann, wäre, wenn sich diejenigen durchsetzen, die statt der A-14-Verlängerung einen Ausbau der B189 fordern“, schlägt er Alarm. Es gäbe zwar neue Umgehungsstraßen, die Orte selbst wären aber abgeschnitten. „Dann verirrt sich wirklich keiner mehr hierher“, treibt es dem unerschrockenen Unternehmer doch noch die Sorgenfalten auf die Stirn.

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