Renommiertes Unternehmen kritisiert Stadt

Gastspiel und Rolandfest gleichzeitig: Circus Probst fühlt sich ausgebremst

+
Auch mit exotischen Tieren wie diesen Raubkatzen hat sich Circus Probst einen Namen gemacht.

Stendal – Der Veranstaltungskalender birgt Unruhe und bringt Ärger mit sich. Circus Probst gastiert vom 13. bis 16.  Juni in Stendal. Ausgerechnet vom 14. bis 16. Juni geht auch das Rolandfest, eine Großveranstaltung, über die Bühne.

Die Zirkusleute verstehen momentan die Welt nicht mehr, befürchten finanzielle Einbußen und reden von schlechtem Stadtmanagement.

„Eine solche unnötige Konkurrenz ist nicht im Sinne der Besucher“, heißt es diese Woche auf AZ-Nachfrage aus der Familie. „Das haben wir nicht gewusst und diese Überschneidung mit einem Stadtfest ist nicht in unserem Sinne. Aus der Stadtverwaltung gab es keine Information dazu, das ist sehr bedauerlich.“

Der renommierte Zirkus spielt dieses Wochenende in Bitterfeld-Wolfen. Anschließend geht es nach Calbe und Burg und dann steht bereits der Stendaler Schützenplatz im Tourneeplan. Probst gehört für Szenekenner zu den fünf führenden Zirkusunternehmen in Deutschland, wenn es allein um Veranstalter mit Tierdarbietungen geht, scheint sogar der inoffizielle Platz drei möglich.

Reinhard und Brigitte Probst führen das Zepter und reisen nach eigenen Angaben mit 60 Fahrzeugen, etwa 90 Tieren und mehr als 60 Personen aus neun verschiedenen Nationen umher. Das Unternehmen gastierte zuletzt vor zwei Jahren in der Rolandstadt. Circus Probst bildet den westdeutschen Zweig einer alten Zirkus-Familie, der ostdeutsche um den inzwischen verstorbenen Rudolf Probst ist nicht mehr unterwegs.

Die Stadtverwaltung hat sich bislang nicht zu den Vorhaltungen geäußert.

VON MARCO HERTZFELD

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare