Grabungschef stellt Brunnen und weitere Sachen vor

Funde aus Stendal rücken ins Rampenlicht

+
Alte Uferbefestigung der Uchte, gefunden an der Uchtstraße.

Stendal – Stendal hat gut 1000 Jahre auf dem Buckel. Da lohnt es, dass sich Archäologen bücken, niederknien und das Erdreich genau untersuchen. Zahlreiche Straßen im historischen Stadtkern sind in den vergangenen Jahren erneuert und grundhaft ausgebaut worden.

Bevor und während Bauarbeiter Tatsachen schaffen, kommen Archäologen zum Zug.

„Hierbei konnte eine ganze Reihe aufschlussreicher Beobachtungen gemacht werden, welche das Bild zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Besiedlung Stendals ergänzt und erweitert“, stellt Stendals Rathaussprecher Armin Fischbach fest und nennt als herausragendes Beispiel einen Kastenbrunnen von der Rathenower Straße, der auf eine vorstädtische Besiedlung Stendals in der Zeit um das Jahr 900 deute.

Kastenbrunnen, entdeckt unter der Rathenower Straße.

Baubegleitende archäologische Untersuchungen fanden an etlichen Straßenzügen der Hanse- und Rolandstadt statt. In den Jahren 2017 bis 2019 hatten die Forscher im Südosten neben der Rathenower Straße vor allem unter und an der Vogelstraße und Stavenstraße zu tun. Im Nordwesten sind es Wüste Worth und Uchtstraße gewesen und Bereiche in der engeren Altstadt sowieso.

Einige Dinge konnten gefunden werden. Fischbach erwähnt auch hölzerne Wegebefestigungen, Gräben, mehrere weitere Brunnen sowie die Befestigung eines einst offen kanalisierten Uchtelaufs. Ebenfalls geborgen werden konnten aus einer Vitrine einige recht gut erhaltene Trinkglasfragmente des 16. Jahrhunderts. All das und mehr wurde von Archäologen dokumentiert und soll nun, möglichst geballt und interessant zusammengestellt, interessierten Bürgern präsentiert werden.

Andreas Neubert, der örtliche Grabungsleiter, wird neue Befunde und Funde ins Rampenlicht rücken und vorstellen. Der Vortrag steht für den 14. Januar, einen Dienstag, im Kalender. Interessierte finden sich um 17 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses ein. Veranstalter sind die Hansestadt Stendal, die untere Denkmalschutzbehörde (Landkreis) und das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie.

VON MARCO HERTZFELD 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare