Breitband-Projekt wird teurer

Fünf Prozent aller Grundstücke in Stendal haben kein ausreichendes Internet

Breitband-Ausbau: Vor allem in ländlichen Regionen kriegt nicht jeder ein Stück vom Kuchen ab.
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Breitband-Ausbau: Vor allem in ländlichen Regionen kriegt nicht jeder ein Stück vom Kuchen ab.

Stendal – Klick. Der Browser wird geöffnet, die gewünschte Internetadresse eingetippt. Doch das Ergebnis lässt – wie so oft – auf sich warten.

Noch immer verfügen fünf Prozent aller im Stadtgebiet und den Ortschaften Stendals liegenden Grundstücke über langsames Internet. Den „weißen Flecken“ den Kampf anzusagen hatte sich der ehemalige Stendaler Stadtrat schon vor Jahren auf die Fahnen geschrieben.

Das Wirtschaftsministerium hatte der Hansestadt bereits 2017 eine 90-prozentige Förderung für den Breitbandausbau in Aussicht gestellt. Die Gesamtkosten lagen damals bei 3,6 Millionen Euro. Doch eine erste Ausschreibung brachte 2018 nicht die gewünschte Resonanz. Also gingen die Ausschreibungen in die nächste Runde.

Inzwischen liegen Angebote von zwei Netzbetreibern vor, die nach Abstimmung mit dem Wirtschaftsministerium weiter verhandelt wurden. Weil nur begrenzt Angebote vorlage, wurden laut Förderrichtlinie zwei Gutachten nötig. Beide Gutachten kamen hinsichtlich der Vergabeempfehlung zum gleichen Ergebnis. Es gibt nur ein Problem: „Das bevorzugte Angebot hat eine Kostenerhöhung bedingt, über die nun erneut abgestimmt werden muss“, sagt Rathaussprecher Armin Fischbach.

Die Gesamtkosten des Breitbandausbaus sind damit auf 5,2 Millionen Euro angestiegen. Der zehnprozentige Eigenanteil der Hansestadt Stendal, der vorher bei 360 000 Euro lag, erhöht sich um weitere 160 000 Euro. Der frisch konstituierte Stadtrat entscheidet bei seiner Sitzung am kommenden Montag, 29. Juli, ob dem stattgegeben werden soll. Dazu trifft sich das Gremium um 18 Uhr im Rathausfestsaal. Gibt es grünes Licht, soll Stadtchef Klaus Schmotz gemäß der Vereinbarung mit dem Wirtschaftsministerium den Netzausbauvertrag abschließen. Die Landesbehörde hat den Mehrkosten bereits zugestimmt.

Über die Bereitstellung der Mittel möchte man „die letzten weißen Flecken mittels Herstellung von Glasfaseranschlüssen breitbandig an das Internet anschließen“. Profitieren sollen noch nicht oder unterhalb der Förderschwelle versorgte Haushalte sowie Betriebe und Schulen auf dem gesamten Gebiet der Hansestadt Stendal.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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