Maranata-Chefin Barbara Miesterfeldt spricht über ihren Alltag

Frohnatur mit Herz

„Jeder ist bei uns willkommen“, meint Leiterin Barbara Miesterfeldt. Die Teestube Maranata ist nicht nur ein beliebter Jugendclub, sondern auch ein Ort, an dem Besucher ihre Sorgen loswerden können. Fotos (2): Spöring
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„Jeder ist bei uns willkommen“, meint Leiterin Barbara Miesterfeldt. Die Teestube Maranata ist nicht nur ein beliebter Jugendclub, sondern auch ein Ort, an dem Besucher ihre Sorgen loswerden können.
  • vonCharlotta Spöring
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Stendal. „Frau Barbara!“ tönt es durch die Tür zum Büro von Barbara Miesterfeldt. Die Leiterin der Teestube Maranata in Stendal bittet die Besucher freundlich herein. „Oft helfe ich beim Ausfüllen von Anträgen, begleite zu Arztbesuchen oder auch zu Gerichtsterminen.

In den meisten Fällen aber brauchen die Menschen, die zu mir kommen, einfach ein offenes Ohr“. Dann nimmt sich die Leiterin Zeit für ihren Besuch, hört zu und gibt Tipps. „Ich nenne das soziale Beratung“. Zudem vermittelt sie an entsprechende Anwälte, Ärzte oder Psychologen weiter. Eine Zusammenarbeit mit Dolmetschern ist dabei unverzichtbar, denn viele Flüchtlinge suchen Hilfe bei Barbara Miesterfeldt.

Barbara Miesterfeldt.

Zeit für sich selbst ist bei der Maranata-Chefin ein rares Gut. Dann konzentriert sie sich ganz auf die eigene Familie. Dass sie so selten zur Ruhe kommt, ist für Barbara Miesterfeldt aber kein Grund, sich zu ärgern: „Die Arbeit mit Menschen erfüllt mich“. Denn die meiste Zeit verbringt sie im Maranata oder ist im Auftrag der Teestube unterwegs. Und das alles unentgeltlich. So habe sie erst kürzlich an einem Tag drei Gerichtstermine begleitet. „Danach war ich fix und fertig“, lacht die Frohnatur. Dass sie immer für jeden ein freundliches Wort übrig hat und stets ihre Hilfe anbietet, das scheinen die Besucher vom Maranata so an ihr zu schätzen.

„Man kann die Teestube als Netzwerk sehen. Wir bieten regelmäßige Deutschkurse an, auch mit paralleler Kinderbetreuung, damit die Eltern sich ganz auf die Sprache konzentrieren können“. Auch als Jugendclub sehr beliebt, ist die Teestube die Heimat des Männerkreises, der thematischen Fernsehrunde und einer Frauenrunde, die sich dem kreativen Arbeiten verschrieben hat. Diverse Ausflüge, Turniere und andere Unternehmungen runden das Angebot ab. „Wir sind gerade noch im Aufbau unserer Website. Da kann man dann – hoffentlich ab Februar – das komplette Programm einsehen“, meint Miesterfeldt.

„Wir haben so viele Ideen, doch die fehlenden finanziellen Mittel bremsen uns leider aus“, bedauert sie. Unterstützung sei daher immer gern gesehen, sowohl in Form von Taten als auch von Spenden. „Geld, Kleidung, Spielzeug sowie Teller und Tassen können wir immer gut gebrauchen“, so die Leiterin. Die Spenden werden im Charity Shop Stendal, Nicolaistraße 19, angenommen, wie Barabara Miesterfeldt mitteilt. Ein echtes Vorbild.

Von Charlotta Spöring

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