Freude mit Wermutstropfen

Stendaler Geschäftsleute bereiten sich auf mögliche Öffnung ab Montag vor

Geschäftsinhaberin Carola Garlipp hofft darauf, am Montag wieder ihren Laden öffnen zu können und sorgt für die passende Schaufenstereinrichtung.
+
Geschäftsinhaberin Carola Garlipp hofft darauf, am Montag wieder ihren Laden öffnen zu können und sorgt für die passende Schaufenstereinrichtung.

Stendal – Nach der Corona-Konferenz am Mittwoch wurde in Aussicht gestellt, dass in der kommenden Woche Geschäfte, unter Einhaltung der geltenden Kontaktregeln, wieder öffnen können. Für Carola Garlipp ist das mehr als nur ein netter Umstand in einer schwierigen Zeit.

„Es ist kein Luxus, sondern lebensnotwendig“, sagt Garlipp, die gemeinsam mit ihrer Tochter Miriam die Schaufensterdeko ihres Schuhgeschäftes an der Breiten Straße erneuert. „Wir lassen den Winter raus und den Sommer rein“, erklärt sie.

Damit seien aber auch noch nicht alle Probleme aus der Welt geschafft. „Unter sofort verstehe ich sofort“, macht sie ihren Unmut kund, dass die Corona-Soforthilfen an sie noch nicht ausgezahlt wurden. Einen genauen Fahrplan, unter welchen Umständen geöffnet werden darf, gebe es noch nicht. Dennoch stelle sie sich bestmöglich darauf ein, unter den strengen Auflagen in der kommenden Woche ihr Geschäft wieder öffnen zu können. Diese Chance will sie nicht verspielen. „Wir werden immer zu zweit sein, bei einem Geschäft mit 70 Quadratmetern und maximal einem Kunden pro 20 Quadratmetern dürfen wir 1,5 reinlassen“, rechnet Garlipp vor.

„Die Stadt war tot“, berichtet die Kunsthandwerkerin und Goldschmiedemeisterin Ulrike Frieser-Burchard, die ein Geschäft am Marktplatz betreibt. Als Handwerkerin konnte sie zwar auch während der Corona-Zeit Reparaturen anbieten, jedoch blieb die Laufkundschaft aus. Mit der Möglichkeit ab Montag wieder öffnen zu können, hofft sie auch, wieder mehr Laufkundschaft empfangen zu können. Auch wenn es eine schwere Zeit war, konnte sie sie mit ein wenig Gelassenheit sehen. Sie wolle die Sorgen der Geschäftsleute damit keinesfalls kleinreden, wie sie klarstellt. In 50 Jahren Selbstständigkeit habe sie jedoch schon viele schlimme Zeiten erlebt. „Danach kommen immer auch wieder gute“, stellt sie fest.

Auch in Geschäften mit ungewöhnlichem Grundriss wird mit Hochdruck daran gearbeitet, wieder durchstarten zu können. Simone Oesemann will in ihrem Spielwarenladen an der Weberstraße einen Rundweg erstellen. Eine Tür, die normalerweise geschlossen ist, soll dafür geöffnet werden, damit Kunden nur in einer Richtung durch den Laden gehen können. Wenn sich dann in jedem Raum maximal eine Person aufhalte, könnten die Abstände eingehalten werden. „Ich hatte gehofft, dass es bald so kommt“, berichtet Oesemann. Deshalb habe sie sich auch schon vorher Gedanken gemacht, wie sie wieder öffnen könnte. Sie geht davon aus, dass Kunden die Maßnahmen annehmen werden. Genervt von den Abstandsregeln seien die wenigsten. Viele zeigten im Gegenteil eher Verständnis, denn die Sorge um die Gesundheit von Kindern und älteren Mitbürgern überwiege bei ihnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare