Stadt reagiert auf Anliegen der Stendaler und stellt „Informationen zur Flüchtlingshilfe“ online

Fragen rund um das Thema Asyl

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Stendal, Gardelegener Straße: Aus der alten Grenztruppenkaserne wird eine „Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber".

Stendal. Nein. Das ist die klare Antwort auf die Frage, ob durch ausländische Fachkräfte Arbeitsplätze vor Ort zerstört werden. Denn je mehr Flüchtlinge ins Land kommen, desto höher sei der Bedarf an Produkten und Dienstleistungen, und das schaffe neue Arbeitsplätze.

Nein ist auch die Antwort auf die Frage, ob die Kriminalität im Landkreis Stendal seit der Flüchtlingswelle zugenommen hat. Die Stadt Stendal hat in einem achtseitigen Frage-Antwort-Katalog „Informationen zur Flüchtlingshilfe“ zusammengestellt, die jedermann unter http://www. stendal. de/de/info-fluechtlingshilfe. html nachlesen kann. Es handelt sich um Fragen, die während des Bürgerdialogs „Asyl- und Flüchtlingshilfe“ am 25. November 2015 aufkamen. Beantwortet wurden sie von der Arbeitsagentur, vom Innenministerium und vom Landkreis Stendal.

Interessierte finden auf der Seite nicht nur Informationen dazu, an wen man sich wenden kann, wenn man helfen möchte, sondern auch, ob es genug Wohnraum gibt (im Landkreis Stendal aktuell ja). Auf die Frage, ob Asylbewerber arbeiten dürfen, lautet die Antwort: „Ja, wenn sie drei Monate in Deutschland sind.“ Auch für Asylbewerber gelte der Mindestlohn. Und „ja“, Flüchtlinge können gemeinnützige Arbeit vor Ort verrichten. Laut Asylbewerberleistungsgesetz sollen ihnen sogar „soweit wie möglich Arbeitsgelegenheiten bei staatlichen, kommunalen und gemeinnützigen Trägern angeboten werden“. Ein Beispiel, dass das gut funktionieren kann, gibt es in Lüderitz (AZ berichtete), wo ein Syrer als Helfer des Gemeindearbeiters 15 Stunden die Woche für 1,05 Euro Stundenlohn tätig ist.

Zur geplanten „Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber“ (ZAST) in Stendal (ehemalige Grenztruppenkaserne, Gardelegener Straße) heißt es, dass die Planungen noch nicht abgeschlossen seien, der Standort aber nach den Bauarbeiten zum Ende dieses Jahres zur Verfügung stehen soll. Dort werden 1000 Plätze für Flüchtlinge geschaffen mit der Option, auf 2000 Plätze aufzustocken.

Von Ulrike Meineke

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