Fördergeld für Ganztagsbetreuung in 19 Horten des Landkreises Stendal soll Corona-Folgen bekämpfen

„Eine richtlinienkonforme Lösung“

Die Europaschule Am Stadtsee in Stendal bekommt eine Kinderküche mit Geld aus dem Ganztagsbetreuungsprogramm.
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Die Europaschule Am Stadtsee in Stendal bekommt eine Kinderküche mit Geld aus dem Ganztagsbetreuungsprogramm.
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Stendal – Mehr als eine Million Euro will die Ostaltmark in Ausstattung und Sanierung von insgesamt 19 Horten im Landkreis investieren.

Möglich macht dies das Bundesprogramm „Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder“, das eine „konjunkturelle Wirkung“ entfalten soll, um eine Bekämpfung der Folgen der Corona-Pandemie zu ermöglichen, wie das Berliner Bundesbildungsministerium die „Kurzfristigkeit des Förderzeitraums“ von Ende Dezember begründet.

Diese Kurzfristigkeit fordert Verantwortliche der Stendaler Kreisverwaltung aktuell. In dem Beschlussvorschlag zur Prioritätenliste der geplanten Investitionen, die zu 70 Prozent bezuschusst werden, verweisen die Verfasser auf die „sehr engen zur Verfügung stehenden Zeitfenster“ – sowohl für das demokratische Verfahren im Kreistag als „auch für die Ausreichung und Abrechnung“. Auch sei die für das Programm erwartete Förderrichtline vom Land noch nicht veröffentlicht worden.

Ebenfalls erschwerend habe sich ausgewirkt, dass die vom Landkreis an alle Kommunen der Ostaltmark weitergeleitete Aufforderung zum Stellen von Förderanträgen ausgerechnet im einwohnerstärksten Gebiet „versehentlich“ nicht umgesetzt worden sei. Deshalb seien zwei Förderanträge aus dem Bereich der Einheitsgemeinde Stendal nachgemeldet worden. Dabei handelt es sich um Zuschussbedarf der Bilingualen Grundschule „Altmark“ sowie der in Bindfelde ansässigen Freien Grundschule auf dem Bauernhof. Der Konflikt sei gelöst worden, indem Verantwortliche der Stendaler Stadtverwaltung erklärt hätten, „auf einen Teil der für sie reservierten Förderung zu verzichten“. Konkret betreffe dies rund 28000 Euro, die zur Finanzierung der im Bau befindlichen Grundschule „Am Haferbreiter Weg“ nicht mithilfe dieses Förderprogramm beglichen würden. Die sei aus Sicht des Landkreises „eine richtlinienkonforme, nachvollziehbare und faire Lösung“, steht in der Beschlussbegründung, mit der sich die Mitglieder des Kreis-Schul-, Sport- und Kulturausschusses am 26. Mai ab 16 Uhr unter Leitung von Vorsitzender Edith Braun (PA) im Sitzungssaal „Stendal“ des Landratsamts befassen wollen.

Mit dem Bundesprogramm soll der zum Jahr 2025 geplante Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter umgesetzt werden. Dafür stellt der Bund Ländern und Kommunen bis zu 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

19 Horte profitieren

• Grieben: 18 000 Euro Gesamtkosten: Sonnenschutz, Ausstattung, Spielgeräte Außenanlage; 55 Plätze

• Lüderitz: 11 000 Euro: Spielgeräte, 30 000 Euro: Außentreppe, 100 000 Euro: Schallschutz Klassenräume;

90 Plätze

• Tangerhütte: 11 00 Euro: Spielgeräte Außenanlage;

170 Plätze

• Arneburg: 130 307 Euro: Gebäudesanierung, I-Pads;

98 Plätze

• Goldbeck: 17 119 Euro:

Tablets; 95 Plätze

• Groß Garz: 90 874 Euro: Neugestaltung Außenbereich;

75 Plätze

• „Comenius“ Tangermünde: 378 013 Euro: Ausstattung;

160 Plätze

• Bismark: 75 000 Euro: Ausstattung, digitales Info-Paneel, Außenanlage, Kauf Container; 165 Plätze

• Schinne: 72 000 Euro: Ausstattung, digitales Info-Paneel, Raumerweiterung, Kinderküche; 50 Plätze

• Havelberg: 50 218 Euro: Spielgeräte; 165 Plätze

• Klietz: 65 169 Euro: Ausstattung/Sanierung; 40 Plätze

• Schönhausen: 99 110 Euro: Ausstattung; 50 Plätze

• „Am Haferbreiter Weg“ Stendal: 401 410,19 Euro: Erschließung, Dachdecker, Fassade, Innenputz, Estrich, Trockenbau, Fenster; 105 Plätze

• „Europaschule Am Stadtsee“ Stendal: 5500 Euro: Kinderküche; 140 Plätze

• „Bilinguale Grundschule“ Stendal: 14 100 Euro: Mobiliar, Sonnenschutz; 150 Plätze

• „Freie Grundschule“ Bindfelde: 25 800 Euro: Spielgeräte, Sitzgelegenheiten, Außengelände; 36 Plätze

Quelle: Landratsamt

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