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Flutopferhilfe wohl auch 2014 gefragt

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Friedrich Güldenpfennig, Nicole Müller, Eckhardt Gromeier, Klaus Ölmann und Heinz-Jürgen Herzer (v. l.) von der Flutopferhilfe Schönhausen.
Friedrich Güldenpfennig, Nicole Müller, Eckhardt Gromeier, Klaus Ölmann und Heinz-Jürgen Herzer (v. l.) von der Flutopferhilfe Schönhausen. © Boßmeyer

Schönhausen. Wenn man nach Schönhausen fährt, sind die Folgen des Juni-Hochwassers immer noch allgegenwärtig. Genauso zeugen Plakate von der Dankbarkeit, die die Leute hier verspüren, gegenüber den zahllosen Hilfeleistungen, die die Region seitdem erreicht haben.

Doch wer jetzt denkt, dies seien Relikte vergangener Tage und alles nehme schon wieder seinen gewohnten Gang, der täuscht sich.

„Die wenigsten Leute hier konnten wieder in ihre Häuser ziehen“, berichtet Gisela Ladwig, die zu den freiwilligen Helfern zählt. Genauso, wie viele Häuser noch renoviert werden müssen, besteht auch noch Bedarf an den Gegenständen des alltäglichen Lebens. Viele, nicht nur in Schönhausen, haben ihren Besitz zum größten Teil verloren. Eine Anlaufstelle für diese Menschen bietet unter anderem die Flutoperhilfe im Gewerbepark Schönhausen-Süd. Von außen eine unscheinbare Lagerhalle, wird man im Inneren in die unmittelbare Zeit nach dem Hochwasser versetzt. „Diese Halle besteht seit dem ersten Tag, als wir wieder nach Schönhausen zurückkehren durften“, erzählt Klaus Ölmann. Ölmann gehört zu denjenigen, die die Flutopferhilfe in Schönhausen vom ersten Tag betreuen. „Wir haben nur schnell das Wasser aus der Halle gefegt und dann rollte auch schon der erste Lkw an den Halleneingang und brachte Möbel, Baumaterialien und zahlreiche Dinge mehr“, erinnert sich Ölmann.

Viel Zeit blieb den vielen Freiwilligen, die in der Folgezeit die Flutopferhilfe betreuten, nicht für persönliche Belange. Alle sind sich jedoch einig, dass sie die Möglichkeit zu helfen aber auch abgelenkt hat von den eigenen Problemen. In den ersten Tagen standen die Leute Schlange vor der Halle. Zuerst noch gegen Vorlage des Flutscheins, später nur noch mit Evakuierungsschein bekam man Güter ausgehändigt. Die Gruppe der Freiwilligen um Klaus Ölmann wollte so sicherstellen, dass die Güter auch wirklich gebraucht werden. Gleichzeitig kümmerten sie sich im Vorfeld darum, dass beispielsweise elektrische Geräte funktionstüchtig waren und keine Gefahrenquelle darstellten.

Mittlerweile hat das Team um Klaus Ölmann auch das Problem gelöst, wie sie Firmen gegenüber Spenden quittieren können. Gabriele Müller, die über ihre Mutter in Salzwedel von den Zuständen in Schönhausen und der gesamten Region erfahren hat, gründete „Helfianer“. „Mit Helfianer war es nun möglich, den Firmen eine notwendige Spendenquittung zukommen zu lassen, damit sie überhaupt Spenden“, begründet Müller den Schritt zur Gründung von Helfianer.

Heute, ein gutes halbes Jahr nach dem Hochwasser und am Ende des Jahres 2013, sind noch fast alle aus dem Team der Flutopferhilfe Schönhausen dabei. Schließlich ist auch die Halle noch voll mit Einrichtungsgegenständen aller Art. „Wir bekommen noch immer Anrufe von Leuten, die uns Möbel oder Baumaterialien zur Verfügung stellen wollen“, sagt Ölmann. Einzig um die Transportmöglichkeiten müssen sich die Helfer nun vollständig selbst kümmern. Auf die Frage der Altmark-Zeitung, bis wann die Halle vermutlich noch so bestehe, herrscht erstmal Ratlosigkeit. „Den Januar und Februar 2014 werden wir auf jeden Fall wohl noch hier sein“, versucht Ölmann eine Antwort. Wirklich sicher klingt er dabei jedoch nicht. Ein Ende der Einrichtung der Flutopferhilfe in Schönhausen ist nicht abzusehen. Es ist zu vermuten, dass die Kollegen auch im März und in den Monaten danach ehrenamtlich in der Halle vor Ort sein werden.

Von Christoph Boßmeyer

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