Werben muss Fährpersonal aufstocken

Flut verlangt neue Lizenz

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Seit 1997 betreibt die kleinste Hansestadt der Welt ihre Elbfähre nach Havelberg im Kombibetrieb. Statt wie einstmals mit Staken kann sie nahezu geräuschlos an einem Seil übersetzen – sofern der Wasserstand nicht nach Dieselmotorkraft verlangt.

Werben/Räbel. Überstunden-Alarm im Werbener Fährführer-Trio: Seit zweieinhalb Wochen setzt Räbels Elbfähre nach der Flut wieder nach Havelberg über – allerdings nicht entschleunigt gurgelnd am Gierseil, sondern wasserhöhenbedingt noch immer mit Dieselmotorkraft.

Das kostet nicht nur teuren Sprit extra, sondern verlangt an Bord nach Doppelbesatzung statt Ein-Mann-Seilverkehr.

„Seit Januar ständig im Motorbetrieb“, meldet der Chef der kleinsten Hansestadt der AZ gestern. Dr. Volkmar Haase spricht von 200 Überstunden, die aufgrund der Witterungsbedingungen nicht erst seit dieser Flutsaison immer wieder auflaufen würden. „Wir kommen mit drei Mann nicht mehr aus“, sagt der Bürgermeister.

Doch Verstärkung auf Werbens Elbeüberfahrt ist nahe in Sicht. Mehrere Bewerber stehen dafür in den Startlöchern. Die Fähr-Kandidaten werden sich Werbens Stadtrat am 15. Juli im Behrendorfer Dorfgemeinschaftshaus vorstellen. Und das Gremium wird an dem Abend unter Haases Regie entscheiden, wer zum neuen Werbener Fährmann ausgebildet werden soll. Der praktische Teil erfolgt auf dem 1997 zur „Kombifähre“ umgebauten Räbeler Binnenschiffobjekt. Der Bewerber wird im Rahmen seiner Ausbildung ein für den Verkehr auf der Elbe nötiges Fährpatent ablegen. Für einen ähnlichen Weg hatte sich Anfang des Jahres auch die Gemeinde Elbe-Parey entschieden, die einen Fährführer für das maritime Übersetzmobil Ferchland-Grieben ausgebildet hatte. Der neue Fährführer hatte dazu erfolgreich die Prüfung für das Patent der Klasse F abgelegt.

Von Antje Mahrhold

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