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Flugplatz Stendal-Borstel: „Hier ist echt Luxus“

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Von: Stefan Hartmann

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Ein Mann liegt unter der Tragfläche eines Flugzeuges und bedient einen kleinen Computer.
Ein Minicomputer zeichnet während des Fluges die Daten auf. Um alles anzuschließen und für den Messflug vorzubereiten, sind offenbar ein paar Bauchmuskeln nötig. © Hartmann, Stefan

Pünktlich zum Sonnenaufgang sind die Studenten der Interessengemeinschaften Deutscher Akademischer Fliegergruppen auf der Startbahn des Flugplatzes Stendal-Borstel. 

Borstel – Ganz unstudentisch ist in Borstel wieder früh aufstehen angesagt. Zum mittlerweile vierten Mal veranstaltet die Interessengemeinschaft Deutscher Akademischer Fliegergruppen (Idaflieg) ihr Sommertreffen auf dem Flugplatz Stendal-Borstel. „Hier ist echt Luxus und Platz ohne Ende“, lobt Beisitzer Fernando Trabucchi.

Robert „Kobo“ May (l.) und Francois „Hellmuth“ Ferenschütz sitzen in einem Segelflugzeug.
Robert „Kobo“ May (l.) und Francois „Hellmuth“ Ferenschütz bereiten sich auf den Start vor. © Hartmann, Stefan

Die frühen Flugzeiten sind nicht nur vielen Messprojekten geschuldet, sondern haben auch einen ganz praktischen Zweck. Knapp nach Sonnenaufgang ist die Luft noch still. Es gibt weniger Turbulenzen, die Messungen durcheinanderbringen können. Beste Voraussetzungen also, um neue Messpiloten zu trainieren. Mit der DG-1000, einem zweisitzigen Segelflugzeug, kann der erfahrene Francois Ferenschütz, genannt Hellmuth, Robert „Kobo“ May Tipps geben und zur Not eingreifen. Fliegen kann der zwar, aber Messflüge sind doch eine andere Herausforderung, weil dabei dem vorausfliegenden Referenzflugzeug möglichst exakt gefolgt werden muss. Wie das am besten funktioniert, weiß Hellmuth mittlerweile – und kann diese Erfahrung an die nächste Generation Studenten weitergeben.

Ebenfalls früh auf dem Rollfeld ist Ulrich Deck. Er hat ein Messgerät, das ein wenig wie eine Lanze aussieht, an einem der Segelflugzeuge angebracht und untersucht damit den Einfluss von Turbulenzen auf das Flugverhalten. Dafür reicht der Flug in der relativ stillen Luft am Morgen aber nicht aus. Insgesamt 20 Flugstunden auch bei aufgeheizten Verhältnissen werden nötig sein, erklärt er. Zehn Stunden Messflug hätte er seit seiner Ankunft in Stendal schon absolviert. Ein Wert, mit dem er durchaus zufrieden ist, wie er sagt.

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