Schulstart für Migranten in Arneburg „hat wunderbar funktioniert“

Flüchtlingskinder fallen in Mathematik positiv auf

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Zehn junge Asylbewerber lernen derzeit in Arneburg. Vier weitere werden in den nächsten Tagen erwartet.

Arneburg. Aktuell zehn Flüchtlingskinder drücken in der Elbestadt die Schulbank. „Der Schulstart hat wunderbar funktioniert“, resümiert Ronny Gabel Donnerstagabend im Verwaltungsamtssaal in Goldbeck.

Der Hauptamtsleiter berichtet dem Verbandsgemeinde-Sozialausschuss, dass im backsteinernen Lehrhaus an der Elbstraße in den nächsten Tagen weitere vier Neuankömmlinge aus Asylbewerberfamilien zur Schule gehen werden.

Seit dem 7. September zählen Flüchtlingskinder zu den neuen Schützlingen von Direktorin Susann Schulze. „Sie werden herzlich aufgenommen“, schildert Gabel die Erfahrungen der Schulleiterin, die erkrankt sei und deshalb nicht persönlich im Ausschuss vorsprechen konnte. So würden die Neuankömmlinge mit ihren Arneburger Mitschülern mittlerweile schon gemeinsam Fußball spielen. Und sie bildeten während der Pausen auf dem Schulhof auch keine eigene Gruppe, sondern würden mit den Arneburger Erst- bis Viertklässlern die Zeit verbringen. Gabel: „Es gibt keine Sorgen und keine Nöte.“

Stattdessen habe das Team um Direktorin Schulze mittlerweile eine überraschende Erfahrung gemacht. So fielen die Flüchtlingskinder mit überdurchschnittlich guten Leistungen im Mathematik-Unterricht auf, bat Gabel den Ausschuss vorsorglich um Verständnis, diese Aussage nicht misszuverstehen. Die Neuankömmlinge seien ihren Altersgenossen speziell in diesem Schulfach teils um ein, zwei Schuljahre voraus. Auch der Deutsch-Unterricht trage „erste Früchte“, erklärte der Hauptamtsleiter. Und weil die jungen Asylbewerber in Arneburg offenbar so gut rechnen können, würden diese Kinder anstelle von Mathematik mehr Deutschstunden bekommen.

Derweil verhandelt der Landkreis Stendal mit drei großen Hausverwaltungen auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde über mögliche Unterkünfte für Flüchtlingsfamilien. So seien nach den Angaben des Amtsleiters neben Objekten in Werben und Behrendorf (die AZ berichtete) nun auch Wohnungen in Iden und Goldbeck im Gespräch. Auf einer Unterkunftsliste, die der Landrat diese Woche veröffentlich hat, findet sich bereits ein Eintrag für freie Plätze für Flüchtlinge im Idener Ortsteil Busch. Die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck soll nach derzeitigem Stand insgesamt bis zu 200 Flüchtlinge aufnehmen.

Von Antje Mahrhold

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