Baustopp führte zu Schimmelbildung / Baupreisindex um 15 Prozent gestiegen

Flüchtlingsheim in Stendal wird deutlich teurer

Das Flüchtlingsheim, das an der Gardelegener Straße entsteht, wird deutlich teurer als zunächst berechnet wurde.
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Das Flüchtlingsheim, das an der Gardelegener Straße entsteht, wird deutlich teurer als zunächst berechnet wurde.

Stendal – Es zeichnete sich in den vergangenen Monaten bereits ab: Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge, die an der Gardelegener Straße in Stendal entsteht, wird teurer und später fertig als geplant.

Ursprünglich wurden Kosten in Höhe von rund 30 Millionen Euro für den Komplex berechnet. Mittlerweile geht das Finanzministerium in Magdeburg von insgesamt 36 Millionen Euro aus.

Dafür gebe es mehrere Gründe. Zum einen sei der Baupreisindex in Deutschland seit 2015 um durchschnittlich 15 Prozent gestiegen, wie Ministeriumssprecher Wolfgang Borchert berichtet. Dabei bedeute durchschnittlich, dass einzelne Bauvorhaben sogar noch teurer, andere möglicherweise nur um zehn Prozent teurer. „Aber kostengünstiger wurde es tatsächlich nirgendwo“, erklärt Borchert.

Ein weiteres Problem habe sich wegen eines Baustopps ergeben. Die Politik habe zwischenzeitlich erneut die Dimensionen des Projektes diskutiert. Aufgrund der zurückgehenden Zahlen Asylsuchender stand im Raum, ob tatsächlich Platz für 1000 Geflüchtete benötigt wird. Diese Diskussion, bei der entschieden wurde, dass die ursprüngliche Größe beibehalten wird, dauerte mehrre Monate und brachte einen Baustopp mit sich, wegen dem es zu Schimmelbildung kam. Deren Beseitigung koste Zeit und Geld.

Das Land gehe bei der Preissteigerung von rund sechs Millionen Euro in Vorkasse. Es gelte jedoch abzuwarten, ob die Mehrkosten mit dem Bund geteilt werden. Ziel sei es derzeit Ende 2022 oder Anfang 2023 den Bau abzuschließen. „Deshalb ist hier kein Zeitdruck für die anstehenden Gespräche mit dem Bund“, sagt Borchert. sth

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