Pilotprojekt: Ausländer schreiben Geschichte

Flüchtlinge unterstützen Archäologen bei Ausgrabungen auf Marktplatz

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Deutsche und Ausländer graben gemeinsam.

Stendal. Die Ausgrabungen auf dem Stendaler Marktplatz werden durch Flüchtlinge unterstützt. Die Helfer kommen unter anderem aus Syrien und Indien.

In der Geschichte des Landesamtes für Denkmalpflege mit Sitz in der Universitätsstadt Halle sei dies eine Premiere, betont Sprecher Dr. Alfred Reichenberger. Die Früchte des Pilotprojektes und die fachlichen Ergebnisse sollen in einigen Tagen der Presse vorgestellt werden. Wie die AZ bereits berichtet hat, haben die Archäologen in den vergangenen Wochen Reste eines bislang völlig unbekannten Gebäudes auf dem mittelalterlichen Areal gefunden. Grabungsleiter Manfred Böhme wollte sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht konkret auf Daten festlegen, vermutet aber, dass das Haus im 15. Jahrhundert stand und um 1500 zerstört worden war. Rußspuren lassen einen Brand vermuten.

Seit 2015 greifen Archäologen im Zuge der Erneuerung der Straße Kornmarkt und des Marktes in Stendal zu Schaufel, Eimer und Sieb. Dr. Reichenberger spricht von zahlreichen neuen Einblicken in die frühe Architekturgeschichte der Stadt. „Die archäologischen Befunde umfassen sowohl Reste von Grabenanlagen als auch mehrere dokumentierte Gebäudereste, die Auskunft über das Alltags- und Handelsleben des hochmittelalterlichen Stendal geben.“

Die umfassende Sanierung und Neugestaltung des Marktplatzes soll nach dem Rolandfest Anfang Juni beginnen.

Von Marco Hertzfeld

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