Auf des Messers Schneide

Fischsterben akut: Kreis Stendal rückt mit drei Wasserwerfern an

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FTZ-Leute lenken die Technik am See. 

Stendal – Der Landkreis eilt Anglerverein und Stadt zu Hilfe. „Im Moment herrscht im Stendaler Stadtsee außergewöhnlich hohes Fischesterben“, weiß auch Kreissprecherin Angela Vogel längst.

Landrat Carsten Wulfänger (CDU) habe den Petrijüngern kurzerhand Unterstützung angeboten. „Für eine Woche werden durch Mitarbeiter des Feuerwehrtechnischen Zentrums, kurz FTZ, täglich für zwei bis drei Stunden Klimaverbesserungsmaßnahmen durchgeführt“, teilt Vogel mit. Im Klartext: Zwei Tragkraftspritzen, drei Wasserwerfer und der Gerätewagen Logistik aus dem FTZ-Fuhrpark kommen zum Einsatz.

Die Tragkraftspritzen sind an das Ufer gesetzt und kommen zum Einsatz.

Pro Minute werden 3.200 Liter Wasser umgepumpt. Das entspricht in drei Stunden etwa der Menge von zwei Löschteichen. Aus dem See wird das Wasser entnommen und mit Sauerstoff angereichert wieder in den See gepumpt. Der Sauerstoffgehalt steigt dadurch. In der Vorwoche waren Hunderte Fische erstickt. Die Feuerwehr war umgehend im Einsatz und es folgte das Technische Hilfswerk (THW). Sie haben bereits mehrfach durch Umwälzen des Wassers versucht, Schlimmeres zu verhindern.

Landkreismitarbeiter und Stendaler Feuerwehrleute vor einem Gerätewagen des FTZ.
Tote Fische reihenweise.

Mehr als eineinhalb Tonnen tote Fische sollen inzwischen durch Angler und Helfer zusammengetragen worden sein. Der Verein lässt die Kadaver nach eigenen Angaben fachgerecht entsorgen. Um irgendwelche Schuldzuweisungen solle es nicht gehen, ist bislang von vielen Seiten zu hören, eine Zusammenkunft in der Stadtverwaltung mit allen Verantwortlichen soll mögliche Lösungen aus der Misere aufzeigen. „Der Stendaler Angelverein, Pächter des Sees, äußerte die Befürchtung, dass alles Leben im See gefährdet ist, wenn sich die Wasserqualität nicht verbessert“, so die Kreissprecherin. Bestätigt ist das allerdings noch nicht. Und weiter: „Das Angebot ist ein Beitrag zur Hege und Pflege des Stadtsees.“ Das Drama im und am fast zehn Hektar großen Stadtsee hatte in der Vorwoche begonnen.

Es fehlt der Regen und Wasser über die Uchte kommt nur sehr wenig nach. Inwieweit eine größere Entschlammung des Sees und eine ständige Fontäne zur Belüftung des Wassers helfen könnten, darüber dürften sich Politik und Verwaltung in Stendal nun zunehmend Gedanken machen müssen (AZ berichtete). In Planungen von 2001 war schon einmal von einer Fontäne die Rede gewesen. Der Stadtsee ist zuletzt 2003/04 saniert worden.

VON MARCO HERTZFELD  

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