Tag 3 im Fall der verschwundenen Inga: Hundertschaften durchkämmten auch gestern den Wald

Die kleine Inga: Die fieberhafte Suche geht weiter

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Meter für Meter suchen Polizisten den Wald bei Wilhelmshof ab. Seit Samstagabend ist die fünfjährige Inga Gehricke spurlos verschwunden. Sie war mit anderen Kindern in den Wald gegangen, um Holz für ein Lagerfeuer zu holen, und kehrte nicht mehr zurück.

kr/mei Wilhelmshof. Die Stimmung in Wilhelmshof ist beklemmend. Der kleine Ort, der mit seinem Diakoniewerk so vielen Menschen Hilfe bietet, braucht sie nun selbst. Hundertschaften der Polizei, viele weitere Rettungskräfte, Hubschrauber und Kamerateams prägen das Bild.

Die fieberhafte Suche nach der kleinen Inga Gehricke hat auch gestern, am Tag 3 ihres Verschwindens, keinen Erfolg gebracht. Dennoch hofft man in Wilhelmshof, das fünfjährige Mädchen, das Samstagabend vom Holzholen für ein Lagerfeuer nicht mehr zurück gekehrt war, lebend zu finden.

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„Eine traurige Angelegenheit“, sagte Uchtspringes Bürgermeister Siegmund Löser gestern vor Ort. Er bezeichnete die Suche der Einsatzkräfte als „sehr engagiert“. Die Sache gehe ihm „sehr nahe“, zumal er selbst ein Enkelkind in Ingas Alter hat.

Kamerateams aus der ganzen Bundesrepublik sind in Wilhelmshof, um über das mysteriöse Verschwinden des Mädchens zu berichten.

Während einer Pressekonferenz gestern am frühen Nachmittag in Wilhelmshof stellten die Reporter aus dem ganzen Bundesgebiet jene Fragen, die unter der Hand die Runde machen. Könnte es einen Zusammenhang mit den im nahen Uchtspringe untergebrachten Sexualstraftätern geben? „Dafür haben wir keine Anhaltspunkte“, kommentierte Magdeburgs Polizeisprecher Mike von Hoff. Gleiches gelte für das Wilhelmshofer Diakoniewerk, in dem circa 120 behinderte und suchtkranke Menschen leben. Angesprochen wurde auch, ob das Mädchen von Wildtieren wie dem Wolf oder Wildschweinen angegriffen worden sein könnte. Auch dafür gebe es keine Anhaltspunkte, man habe aber Jäger hinzugezogen.

Magdeburgs Polizeisprecher Mike von Hoff versprach gestern vor Ort, dass die Suche nach Inga weiter intensiv fortgesetzt werde.

Bislang seien keine Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Nun hofft die Polizei auf neue Erkenntnisse, die Befragungen der Bewohner von Wilhelmshof ergeben könnten. Auf eine Straftat im familiären Umfeld der Fünfjährigen deute nichts hin. Inga war ortsunkundig, als sie in den Wald ging. Das Mädchen stammt aus Schönebeck und war in Wilhelmshof zu Besuch. Inga Gehricke ist 1,18 Meter groß, hat blaue Augen und mittelblonde Haare zu einem Zopf gebunden. Es fehlen beide Schneidezähne. Bei ihrem Verschwinden trug sie blaue, ausgewaschene Jeans und ein mintgrünes Langarmshirt mit Schmetterlingslogo (siehe diesen Artikel).

Die Polizei hofft auf Hinweise. Sie setzt die Suche nach der Fünfjährigen fort.

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