Teilabriss startet im August / Mix aus Alt und Neu kostet 2,85 Millionen Euro

Stendals Feuerwehr sattelt Husaren-Stall um

Ganz komplett scheint die Anlage aus alter Zeit sowieso nicht mehr. Nun stehen für einen neuen Mix aus Historie und Moderne Abrissarbeiten an. Bereits am 3. August könnte es losgehen. Die ehemaligen Stallanlagen verändern ihr Bild.
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Ganz komplett scheint die Anlage aus alter Zeit sowieso nicht mehr. Nun stehen für einen neuen Mix aus Historie und Moderne Abrissarbeiten an. Bereits am 3. August könnte es losgehen. Die ehemaligen Stallanlagen verändern ihr Bild.

Stendal – Es kann losgehen. Stendals Feuerwehr bekommt auf dem ehemaligen Kasernengelände „Albrecht der Bär“ mehr Platz. Ein früheres Stallgebäude und Lager östlich der Feuerwache soll dafür entkernt und in Teilen abgerissen werden.

Die umfangreichen Genehmigungen haben Zeit gebraucht, vor wenigen Tagen hat der Denkmalschutz grünes Licht gegeben. Abbrucharbeiten sollen zwischen Anfang August und Ende September erledigt werden. Die Einheitsgemeinde investiert insgesamt circa 2,85 Millionen Euro. „Die vorhandenen Gebäude bieten einfach nicht mehr den nötigen Platz und es wurde Zeit, dies zu beheben“, erläutert Rathaussprecher Armin Fischbach gegenüber der AZ.

Wo das Gebäude ganz verschwindet, sollen zumindest Stützen aus Gusseisen aufbewahrt werden.

Der sogenannte Kopfbau, der mittlere Teil, bleibt erhalten und wird erneuert. Die einstigen Stallanlagen der 1905 eingeweihten Husaren-Kaserne komplett zu sanieren, wäre „unwirtschaftlich und unverhältnismäßig“, eine Prüfung hätte das gezeigt. Zudem passten schon schlichtweg etwa Torbreite und Raumtiefe nicht zu den modernen Arbeits- und Sicherheitsstandards für Feuerwehren. Der Denkmalschutz wird den Abriss begleiten, Archäologen beteiligen und besondere Bauteile wie die Gussstützen einlagern lassen. Der Kopfbau wird saniert und für eine barrierefreie Nutzung umgestaltet. Es entstehen laut Fischbach Sanitärräume, ein Mehrzweckraum mit Foyer, eine Kleiderkammer sowie Büro- und Technikräume.

An der nördlichen Seite erhält der Kopfbau einen eingeschossigen Anbau, in dem sich sieben Stellplätze für Fahrzeuge der freiwilligen Feuerwehr und des Katastrophenschutzes befinden werden. Er soll zudem als Lager für Logistik, Atemschutzausrüstung, Nachschubcontainer und verschiedenste Geräte dienen. „Der Neubau orientiert sich in seiner Gesamtstruktur an dem ehemaligen Stallgebäude, um dessen Charakter zu bewahren“, erläutert der Stadtsprecher. Die Planungsaufgaben für den Neu- und Umbau müssen noch vergeben werden, die Ausschreibungen werden derzeit vorbereitet. Der gesamte Komplex soll im Jahre 2023 fertig sein. Die Brandschützer müssen sich also noch ein Stück weit in Geduld üben.

Was für die Feuerwehrleute wichtig sein dürfte: Es entsteht auch eine überdachte Übungsfläche der Einsatzkräfte. „Es handelt sich um einen separaten Bereich, in dem gewisse Einsatzszenarien in kleinem Rahmen erprobt werden können.“ Die Fläche soll der praktischen Aus- und Weiterbildung dienen. Fischbach: „Unsere Feuerwehrmänner und -frauen können so unabhängig von Wind und Wetter trainieren und weitergebildet werden.“ Allein die neue Halle und die Übungsfläche kosten an die 1,3 Millionen Euro. Die gesamte Baumaßnahme in Stendal soll anteilmäßig über das Programm „Soziale Stadt“ gefördert werden. Geld soll auch aus einem Programm für abwehrenden Brandschutz kommen.

Die Einheitsgemeinde will in ihre Gegenwart und Zukunft investieren. 1997 ging es für die Floriansjünger auf das geschichtsträchtige Gelände zwischen Scharnhorststraße und Tauentzienstraße. Die Anforderungen an Ausrüstung und Technik stiegen. Zahlreiche Orte seien eingemeindet worden, ein letzter große Schwung 2010, erinnert der Stadtsprecher. „Mit den umliegenden Ortsteilen müssen insgesamt 26 Ortsfeuerwehren mit etwa 400 Einsatzkräften und 50 Fahrzeugen betreut und versorgt werden. Je mehr es wurden, desto mehr von bestimmten Materialien und Werkzeug muss zentral gelagert werden.“ Das einstige Kasernengelände wird sich in den nächsten drei, vier Jahren weiter verändern.

VON MARCO HERTZFELD 

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