Sonderpostamt: Museums-Chef will mit Briefmarkenschau für Furore sorgen

Feuerwehr drückt allem Stempel auf

Feuerwehrhistoriker Michael Schneider zeigt vor historischem Gefährt den Entwurf für einen Teil des Schmuckblattes. „Es wird schick und ganz besonders.“
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Feuerwehrhistoriker Michael Schneider zeigt vor historischem Gefährt den Entwurf für einen Teil des Schmuckblattes. „Es wird schick und ganz besonders.“

Stendal – „Natürlich passt eine ganze Feuerwehr auf eine Briefmarke.“ Michael Schneider muss schmunzeln und ist längst Feuer und Flamme für eine Veranstaltung, die über die Region hinaus für Furore sorgen soll.

Der Reihe nach und wohlgeordnet: Anfang August erscheinen drei Briefmarken der Deutschen Post, auf denen historische Feuerwehrfahrzeuge zu sehen sind.

Im Landesfeuerwehrmuseum in Stendal und nirgends woanders wird das Sonderpostamt eingerichtet. Altmärker organisieren zudem eine Briefmarken-Ausstellung und bereiten eigene Briefumschläge und ein Briefmarken-Schmuckblatt vor. „Damit erreichen wir nicht nur Brandschützer und Briefmarkensammler“, ist der Museumsleiter im Gespräch mit der AZ überzeugt. Die Hansestadt werde von sich reden machen.

Für die Ausstellung tragen die Museumsfreunde Briefmarken aus aller Welt zusammen. Der Briefmarkenverein könnte weitere Schwerpunkte wie DRK und DLRG setzen.

Für die Ausstellung vom 6. bis 8. August ziehen der Verein Feuerwehrhistorik Stendal und der Briefmarkenverein Stendaler Roland an einem Strang. Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) werde das Stelldichein eröffnen. „Die Palette von Sammlungen typischer Feuerwehrbriefmarken ist sehr groß“, weiß Schneider. Sie reicht von Feuerwehrsport und Waldbrandschutz über Kinderzeichnungen und Hochwasserhilfe bis zu historischen Fahrzeugen und klassischer Feuerwehrarbeit. Allein der Museums- und Vereinschef wird mehr als 350 Marken besteuern, darunter etliche Leihgaben. Gezeigt werden auch sogenannte Ersttagsbriefe zur Herausgabe von postfrischen Briefmarken mit Sonderstempel. Die Briefe seien künstlerisch gestaltet und oftmals ein regelrechter Hingucker.

Das Sonderpostamt öffnet an zwei Tagen, am 6. und 7. August. Besucher können sich Sonderpoststempel und Ersttagsstempel Berlin/Bonn holen. Der Post-Sonderstempel hat ein Motiv aus Stendal, der Feuerwehr-Oldtimer steht im Museum. Schneider und Mitstreiter werden das Fahrzeug an diesen Tagen natürlich auch im Original und aller Größe zeigen. Die postfrischen Wertzeichen sollen als Zuschlagsmarken die Jugendarbeit fördern helfen. Der Stendaler Philatelie-Verein selbst bereitet vier Briefumschläge vor, das Feuerwehrmuseum einen und dazu ein vierseitiges Schmuckblatt. Dafür habe man sich professionelle Unterstützung geholt, einen Entwurf des Schmuckblattes zeigt Schneider der AZ schon einmal. In welchem Maße noch Farbe dazukommt, verrät er nicht.

Das Schmuckblatt hat das Thema „Ohne Feuerwehr wird’s brenzlig“. Dass die Corona-Beschränkungen allen einen Strich durch die Rechnung machen könnten, hofft der 64-Jährige nicht. „Wir bereiten eine kleine und eine große Variante vor und setzen darauf, das vieles möglich sein wird.“ Die Organisatoren denken auch an andere Aktivitäten sowie Speis und Trank, das Gelände an der Arneburger Straße ist recht groß. Dass der Kreisfeuerwehrverband Stendal 130 Jahre alt ist, könne im August gleich mitgefeiert werden. Andere Höhepunkte, Corona hin, Corona her, seien ja offenbar nicht vorgesehen, macht Schneider aus seinem Herzen keine Mördergrube. Bei der Jahresversammlung im Februar habe er das Jubiläum noch einmal angesprochen, ohne große Resonanz.

Die Briefsachen der Altmärker und die postfrischen Briefmarken der Deutschen Post können im August vor Ort gekauft und auf Wunsch durch das Sonderpostamt mit dem Ersttagsstempel versehen werden. „Eine Massenproduktion gibt es nicht“, kündigt der Rolandstädter schon einmal an. Schließlich soll das Ganze auch etwas Besonderes sein und bleiben. Schneider geht allein für das Museum momentan von jeweils 200 Briefumschlägen und Schmuckblättern aus. Der Eintritt an diesen drei Tagen im August ist frei. Das Museum ist nach der Corona-Zwangspause seit wenigen Wochen wieder geöffnet, und zwar dienstags, donnerstags und samstags von 9.30 bis 16 Uhr. Der Briefmarkenverein werbe für Stendal und die Sonder-Briefmarken-Ausstellung bereits bundesweit.

VON MARCO HERTZFELD 

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