Werbens „Neuer“ legt los: Hufschmidt will das Rathaus auffrischen und Arbeitskreise schaffen

Für Farbe und Verwaltungskraft

Kandidat nach Wunsch: Noch-Bürgermeister Dr. Volkmar Haase (l.) gratuliert Wahlsieger Jochen Hufschmidt.
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Kandidat nach Wunsch: Noch-Bürgermeister Dr. Volkmar Haase (l.) gratuliert Wahlsieger Jochen Hufschmidt.

Werben. Mit 513:199 Stimmen ist das Werbener Rennen um den Einzug auf den Bürgermeisterstuhl im Rathaus der Hansestadt eindeutig für Jochen Hufschmidt ausgegangen.

Damit hätten sich „die Werbener für ein bestimmtes Modell entschieden“, analysiert Wahlverlierer Torsten Bodo Tiemann der AZ seine Niederlage.

Auf die Versprechen des Geschäftsführers einer in Meesiger im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ansässigen Gleisrückbau-Firma, die in Stendal auf neun Hektar einstiger Fläche des Reichsbahnausbesserungswerks einen Fotovoltaikpark betreibt, setzten laut vorläufigem Ergebnis immerhin 27,9 Prozent der Urnengänger in Werbens Kernstadt sowie den Ortsteilen Behrendorf, Berge, Giesenslage, Neuwerben und Räbel. Der 49-Jährige ist überzeugt: „Ein großer Teil der Jugend hat mich gewählt.“

Dass seine relativ spontane Entscheidung, für den Ehrenamtsposten zu kandidieren, letztlich nicht von Erfolg gekrönt war, nehme der 49-Jährige, im altmärkischen Leppin aufgewachsene Ex-Kandidat „sportlich“. Dabei habe ihn noch am Wahlsonntagmorgen, ein Unternehmer angerufen, um sich in der Hansestadt anzusiedeln und Arbeitsplätze zu schaffen. Dies aber werde nun ja nichts, Tiemann plane jetzt lieber seinen nächsten Urlaub. Und welchen Weg aber die Elbestadt nun nimmt, mit der er sich „seit 35 Jahren verbunden fühlt“ und für die Tiemann als Schützengilde-Akteur und Werbener Hafenfreunde-Mitgestalter wirke, das werde der Unternehmer beobachten. Und zwar besonders unter dem Aspekt, wie sich die seiner Meinung nach zwei Werbener Hauptprobleme – zu wenig Arbeitsplätze und zu wenig junge Familien – unter Führung des neuen Bürgermeisters künftig entwickeln.

Der Frischgewählte findet es jedenfalls „großartig“, dass er „so ein gutes Wahlergebnis“ eingefahren hat. 743 der 1021 Stimmberechtigten wirkten demokratisch an der Werbener Rathaus-Personalie mit. 31 Bürgermeister-Wahlvoten waren ungültig, am Ende holte Sieger Hufschmidt 72,1 Prozent der Stimmen. „Das stärkt mich“, sagt der 68-Jährige im Hinblick auf das Spektrum seiner Wählerschaft, die sich aus „unterschiedlichen Bevölkerungsteilen“ zusammengesetzt habe.

Seinen neuen Job hat der pensionierte Gymnasiallehrer aus Räbel und gebürtige Rheinländer, der an der Elbe in Werben eine zweite Heimat fand, bereits gestern angetreten – obwohl er noch nicht offiziell im Amt ist. „Ich habe mich heute schon mit der Schulfrage beschäftigt“, erklärt Hufschmidt der AZ. Er verweist auf die Freitagabend im Rathaus bevorstehende Informationsveranstaltung, zu der Noch-Bürgermeister Dr. Volkmar Haase in Kooperation mit dem Grundschul-Förderverein „Werben für Kinder“ einlädt (AZ berichtete).

Als weitere erste Amtshandlung will Werbens „Neuer“ Arbeitskreise für Tourismus und Stadtentwicklung einrichten und den tristen Charme des Rathauses beenden. In das Stadthaus müsse endlich frische Farbe – aber auch Verwaltungskraft, appelliert Hufschmidt in Richtung Verbandsgemeinde.

Von Antje Mahrhold

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