Stadtrats-Ausschuss berät Gebührensatzung für Hoch- und Niedrigseilgarten am Mad-Jugendklub / Sozialtarif von fünf Euro möglich

Familien klettern für 69 Euro drei Stunden lang

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Der Kletterpark an der Wahrburger Straße fordert heraus – finanziell auch die Stendaler Stadtkasse.

Stendal. Vor dem Klettern kommen die Kosten. So muss der Sozialausschuss des Stadtrates am 5.  September die Gebührensatzung für Stendals Hoch- und Niedrigseilgarten am Mad-Jugendklub beraten.

Die Anlage sei hochwertig und nur aufwendig zu unterhalten, argumentiert das Rathaus. Und hat schon mal Preise verglichen.

Demnach zahlten Familien im Drei-Stunden-Tarif im Kletterpark Blankenburg 75 Euro, in Neukloster 97 Euro, in Potsdam 76 Euro und in Magdeburg inklusive Eintritt in den Elbauenpark 53 Euro. Stendaler Familien müssen 69 Euro berappen.

Den Stadtverantwortlichen sei klar, dass der mit Geld aus dem Programm „Soziale Stadt“ finanzierte, rund 100 000 Euro teure Kletterpark „nicht kostendeckend betrieben werden“ könne. Hauptursache seien „kalkulatorische Kosten“ – und die Umsatzsteuer. Die jährlichen Kosten veranschlagt die zuständige Rathausbehörde mit rund 11 600 Euro. Die größten Posten schlagen für Verzinsung mit 2 700 Euro sowie 2 900 Euro für Trainer-Honorare zu Buche. Ersatz, Zubehör und laufende Unterhaltung sollen insgesamt rund 2 000 Euro kosten, die Abschreibung der Anlage kostet demnach 1 800 Euro, während 1 271 Euro an Umsatzsteuer zu löhnen sind. Angesichts geplanter Einnahmen von rund 8 000 Euro belaufe sich die Belastung fürs Stadtsäckel auf voraussichtlich 2 200 Euro pro Jahr.

Für Projekte des Mad-Klubs und Aktionen des Streetworks Stendal wird ein Sozialtarif von fünf Euro für zwei Stunden gewährt. Hoch-Kletterer müssen 1,50 Meter groß sein, im Niedrigseilgarten sind dreißig Zentimeter weniger möglich. Die Anlage darf nur in Begleitung von Hansestadt-Trainern oder zertifiziertem Personal genutzt werden. Es besteht Helmpflicht, geeignete Schuhe sind zu tragen. Auf den Plattformen dürfen sich maximal drei Kletterer befinden. Es gilt Rauch- und Tierverbot. Und: Höhenängstliche haben keinen Zutritt.

Von Antje Mahrhold

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