Sechs Jahrzehnte Betreuung: Vom Erntekindergarten zum „Spatzennest“

„Familiäre Atmosphäre“

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Das Jubiläum vorbereiten: Spatzennest-Chefin Anke Götzky (l.), Ex-Bürgermeister Willi Hampe, die ehemaligen Leiterinnen Barbara Leonhardt (r.), Jutta Krüger (2.v.r.) und Ortsbürgermeisterin Harriet Tüngler (M.).

pm Uenglingen. Jedes Jubiläum regt dazu an, in die Vergangenheit zu blicken und Erinnerungen aufzufrischen.

Das tun derzeit die Erzieherinnen der Uenglinger Kindertagesstätte „Spatzennest“, der Ortschaftsrat und viele ortsverbundene Bürger, weil die Einrichtung dieses Jahr 60 Jahre alt wird. Der runde Geburtstag wird im Juli mit einem Tag der offenen Tür und einem Kinderfest gefeiert. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, Zeitzeugnisse wie Fotos und historische Gegenstände werden zusammengesucht, um die Entwicklung der Stätte darzustellen. Und um eine Ausstellung zum Jubiläum aufzubauen.

Deshalb trafen sich Leiterin Anke Götzky, Ex-Dorfoberhaupt Willi Hampe, die ehemaligen Spatzennest-Chefinnen Barbara Leonhardt und Jutta Krüger mit Ortsbürgermeisterin Harriet Tüngler, um in Uenglingens Ortschronik nach passenden Aussagen, Fotos und Zeitungsartikeln zu suchen. Besonders bei alten Schwarz-Weiß-Fotos ergaben sich angeregte Gespräche und kam Heiterkeit in der Runde auf, wenn dazu so manche Episode zum Besten gegeben wurde. So werden in der Chronik auch einstige Leiterinnen wie Frau Stolle, Karin Sack, Anette Schmidt und Sabine Landsmann genannt.

In den Unterlagen ist zu lesen, dass Ende des 19. Jahrhundert Kies abgebaut wurde, woraus sich die tiefe Lage des Geländes erklärt, auf dem sich der Spielplatz befindet. Das Gebäude wurde 1937 errichtet und überwiegend für die Jugendarbeit und für kurze Zeit als Schule genutzt. Im oberen Geschoss wurde 1952 der Erntekindergarten untergebracht und darunter arbeitete eine Tischlerei. Nach dem Auszug der Tischlerei erfolgte 1966 der Ausbau der unteren Etage und mit dem Verlegen der örtlichen Wasserleitung erhielt die Einrichtung auch Wasserspülung für die Toiletten.

Die Chronisten-Studierrunde erinnerte sich, dass in den ersten Nutzungsjahren mit Kohleöfen geheizt worden war. Bis sich die Räume erwärmt hatten, mussten die Kinder ihre dicken Sachen anbehalten. Für Abhilfe sorgten ab 1981 Nachtspeicheröfen. 1983 kamen nach Umbauarbeiten die Krippenkinder dazu, wobei zwischenzeitlich sogar die Schließung der Tagesstätte erwogen wurde, weil die geforderte Kinderzahl nicht vorhanden war. Durch weitere Ausbau- und Modernisierungsarbeiten, Dämmungen, Dachsanierungen, Wegpflasterungen und die Neugestaltung des Spielplatzes bieten sich inzwischen vorbildliche Betreuungsmöglichkeiten, so dass die Kapazität von 18 auf 33 Plätze erhöht werden konnte. Fünf Mitarbeiterinnen kümmern sich um den Nachwuchs im „Spatzennest“, das diesen Namen seit dem Jahr 2000 trägt.

„Wir sind stolz, dass wir eine so schöne Kita haben, die immer wieder von Einrichtungen, Firmen, Bürgern und vom Ortschaftsrat unterstützt wird, damit sich die Kinder in der familiären Atmosphäre wohlfühlen“, erklärte die Ortsbürgermeisterin.

Wer mit Material und Erinnerungen oder Erlebnissen zum bevorstehenden Jubiläum beitragen kann, sollte sich im „Spatzennest“, Tel. (03931) 214 491, melden.

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